Newell Brands ist die Rückkehr auf den Wachstumspfad gelungen. Im zweiten Quartal 2026 steigerte der Konsumgüterhersteller seinen Umsatz um drei Prozent auf rund zwei Milliarden US-Dollar. Es handelt sich um den ersten Zuwachs seit mehr als vier Jahren. Besonders die Kernumsätze legten mit einem Plus von 2,3 Prozent zu. Die Aktie reagiert heute mit einem deutlichen Kurssprung von 13,01 Prozent auf 5,50 Euro.
Einmaleffekte stützen das Quartalsergebnis
Ein wesentlicher Teil des Ergebnissprungs geht auf Sondereffekte zurück. Der bereinigte Gewinn je Aktie belief sich auf 0,42 US-Dollar und übertraf damit die Markterwartungen deutlich. Knapp die Hälfte dieses Betrags, etwa 0,21 US-Dollar, stammt jedoch aus Rückerstattungen für früher gezahlte Zölle. Ohne diesen Effekt hätte das Ergebnis bei rund 0,21 US-Dollar gelegen, was immer noch über der ursprünglichen Prognose des Unternehmens liegt.
Das Management zeigte sich optimistisch und hob den Ausblick für das Gesamtjahr an. Newell Brands erwartet nun für 2026 einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 0,73 und 0,77 US-Dollar. Zuvor lag die Spanne bei 0,56 bis 0,60 US-Dollar. Beim Umsatz rechnet der Konzern nun mit einem Wachstum von ein bis zwei Prozent. Die Bruttomarge verbesserte sich im abgelaufenen Quartal deutlich auf 40,8 Prozent.
Starke Dynamik im US-Markt
Innerhalb der Geschäftsbereiche stach das Segment Learning & Development hervor. Hier stieg der Kernumsatz um 4,9 Prozent auf 851 Millionen US-Dollar. Fünf der sechs Geschäftseinheiten des Konzerns konnten im abgelaufenen Zeitraum wachsen, wobei sieben der zehn Top-Marken zulegten. Auf dem Heimatmarkt in den USA verzeichnete Newell Brands ein Umsatzplus von fünf Prozent. Gleichzeitig stiegen jedoch die Kosten für Inflation auf etwa 200 Millionen US-Dollar an.
Trotz der positiven Nachrichten bleibt die finanzielle Lage des Unternehmens aufgrund der hohen Verschuldung im Fokus der Anleger. Der Konzern weist Schulden in Höhe von fünf Milliarden US-Dollar auf. Um die Liquidität zu sichern, schloss das Unternehmen eine neue Kreditfazilität über 800 Millionen US-Dollar ab. Die Nettoverschuldung im Verhältnis zum operativen Ergebnis liegt derzeit beim 4,8-Fachen.
Analysten sehen weiteres Potenzial
Die Einschätzungen am Markt haben sich nach Vorlage der Zahlen teilweise verbessert. Während einige Experten die Abhängigkeit von den Zollrückerstattungen kritisch sehen, überwiegt bei anderen die Zuversicht hinsichtlich der operativen Wende. Die Analysten von Barclays und JPMorgan vergeben für den Titel jeweils ein Kursziel von 7,00 US-Dollar.
Der aktuelle Aktienkurs von 5,50 Euro notiert derzeit noch knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 5,91 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier bereits um fast 70 Prozent zugelegt. Ein Teil dieser Dynamik könnte auch auf eine hohe Leerverkaufsquote zurückzuführen sein. Medienberichten zufolge lag das Short Interest zuletzt bei über 21 Prozent, was bei positiven Nachrichten oft zu schnellen Eindeckungskäufen durch Leerverkäufer führt. Auch die angekündigte Innovationsoffensive mit mehr als 25 geplanten Produkteinführungen im laufenden Jahr stützt die Hoffnung auf eine nachhaltige Erholung.
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