Neue ACEA-Daten: Rückkehr des E-Auto-Booms ohne Tesla

Der europäische E-Auto-Markt boomt wieder – doch Tesla verliert massiv Marktanteile. Neue ACEA-Daten zeigen, wer stattdessen zum Gewinner wird.

Auf einen Blick:
  • E-Auto-Markt wächst stark
  • Tesla verliert massiv Anteile
  • BYD mit höchsten Zuwächsen
  • Breites Angebot überzeugt Käufer
  • Bewertung bleibt attraktiv

Liebe Leserinnen und Leser,
Die gestern veröffentlichten Daten des ACEA brachten einige Überraschungen zutage. Man ahnte zwar schon, dass es für den E-Auto-Pionier Tesla in Europa bergab geht, doch dass die Neigung so steil ist, war dann doch verwunderlich. Während im Dezember insgesamt die Verkäufe (Strom, Hybrid, Verbrenner) leicht um 1,8% zulegten, wurden 20,2% weniger Tesla verkauft als im Dezember des Vorjahres.
Auf Jahressicht ist das Resultat sogar noch dramatischer: Fast 38% weniger Tesla fanden einen Käufer. Wenn Ihnen trotz dieser schwachen Zahlen die Kinnlade noch immer nicht runtergefallen ist, dann vielleicht jetzt: Tesla hat nicht nur 20% weniger Fahrzeuge im Dezember verkauft – der Markt für E-Autos legte im Dezember zeitgleich um 51% zu. Man kann auch sagen: Marktboom ohne den Pionier!
Investitionsalternative BYD – Chinesischer E-Autobauer in Europa auf der Überholspur
Statt auf die gebeutelten Tesla-Fans (oder Musk-Fans) „draufzuhauen“ und noch einmal zu warnen, dass die Aktie zu teuer ist, möchte ich mich lieber aussichtsreicheren Chancen für dieses Jahr widmen. So zum Beispiel dem chinesischen E-Auto-Konkurrenten BYD, der in der ACEA-Statistik mit der höchsten Wachstumsrate aufwartete. Dies dürfte Balsam auf die Seelen der BYD-Anleger sein, die trotz starker Zahlen in Europa schwierige Zeiten hinter sich haben.
So musste die BYD-Aktie im Vorjahr nach kräftigen Kursanstiegen bis Mai den Gewinn im weiteren Verlauf komplett abgeben. Auf Jahressicht steht heute ein Performance-Plus von 2% – noch weniger als die Tesla-Aktionäre trotz der schwachen Performance in Europa erzielt haben und sicher enttäuschend in einem Umfeld, dass zwar aufgrund der geopolitischen Lage schwierig, aber an der Börse dennoch gut war.
Tatsächlich hätte es für BYD-Anleger anders kommen können, denn operativ liefert der chinesische Konzern seit Monaten deutlich bessere Zahlen als Tesla ab. So setzte BYD 2025 über 4,1 Mio. Fahrzeuge ab – ein neuer Rekord und rund 38% mehr als im Vorjahr. Tesla dagegen stagnierte bei etwa 1,85 Millionen Einheiten, was nicht nur für den wenig erfreulichen zweiten Platz im globalen E-Automarkt sorgte, sondern aus meiner Sicht vor allem die strukturelle Schwäche eines zu stark auf das Premiumsegment fokussierten Herstellers offenlegt.
Tesla verspricht zwar hin und wieder eine günstige Modell-Variante, aber die Ankündigungen sind sehr vage und keinesfalls PR-mäßig ausgeschlachtet wie Tesla es machen würde, wenn da zeitnah was käme.
clevere Verkaufs- und Produktionsstrategie: So geht erfolgreiche Expansion
BYD dagegen hat so ziemlich alles im Angebot. Das Geschäft umfasst neben verschiedener Modellklassen reiner Elektro-Autos (Kleinwagen bis Luxus) auch Plugin-Hybridfahrzeuge, deren Verkäufe in Europa laut ACEA im Dezember um 36% zulegten. Allein die Frigate- und Seal-Modelle übertreffen in mehreren Exportmärkten die Verkaufszahlen westlicher Konkurrenten. Dazu überzeugt BYD mit Bussen und Nutzfahrzeugen. Und während Tesla in Europa aufgrund hoher Preise und zunehmend starker Konkurrenz Marktanteile verliert, baut BYD seine Präsenz massiv aus. 2025 wurden weltweit über 1 Million Fahrzeuge exportiert – ein Plus von mehr als 60% gegenüber 2024. Dabei verfolgt BYD eine extrem clevere Markteintrittsstrategie: Lokale Showrooms, Partnerschaften mit Händlern, aggressive Garantie- und Serviceprogramme auf der Verkaufs-Seite. Technologie-Investitionen, europäisierte Designs und Vor-Ort Fertigung zur Zollumgehung auf der Produzentenseite.
Probleme im Heimatmarkt als Kursbremse
Dennoch: Der Aktienkurs fiel nicht grundlos zurück. Für BYD war 2025 nicht einfach. BYD musste im chinesischen Heimatmarkt im Frühjahr und Sommer aufgrund von Überkapazitäten stärker in den Preiskampf einsteigen als geplant, weil chinesische Wettbewerber wie Li, Geely oder SAIC phasenweise mit extrem aggressiven Rabatten auf die Margen-Bremse traten.
Gleichzeitig fielen hohe Vorlaufkosten in den Exportmärkten an – neue Händlernetze, lokale Lagerhaltung, Homologationsprozesse und der Produktionsanlauf drückten ebenfalls auf die angeschlagenen Gewinnspannen. Doch während viele Konkurrenten rote Zahlen schrieben oder fusionieren mussten, blieb BYD trotz alldem profitabel und auslieferungsstark. Das zeigt, wie robust das Geschäftsmodell wirklich ist.
Marktstabilisierung als Brustlöser für die Aktie
Jüngste Daten zeigen, dass im wichtigen chinesischen Markt das Schlimmste überstanden ist, sodass BYD-Investoren ruhig nach vorne schauen können. Staatliche Abwrackprämien und eine Marktbereinigung könnten BYD vor allem in der zweiten Jahreshälfte Rückenwind geben.
An der Börse wird diese Erholungschance aktuell noch nicht ausreichend eingepreist. Die BYD-Aktie ist zwar im charttechnischen Aufwind, nachdem wichtige Unterstützungen gehalten haben, wird aber immer noch nur mit einem KGV von rund 17 auf Basis des erwarteten 2026er Gewinn gehandelt.

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Das steht in keinerlei Verhältnis zur Angebotspalette, Inlandsmarkt-Stabilisierung, Internationalisierungskurs, Margenstruktur und technologischer Positionierung des Unternehmens. BYD wächst Analystenschätzungen zufolge beim Umsatz um etwa 15% in den kommenden beiden Jahren. BYD investiert in neue Fabriken in Thailand, Brasilien, Ungarn und Indonesien – während Konkurrent Tesla zeitgleich Projekte verschiebt oder Investitionen zurückfährt.
Sicher, die Stabilisierung im Heimatmarkt ist fragil und ein neuerlicher Absturz dort wird auch durch eine Expansionsstrategie nicht aufgefangen werden können. Auf dem aktuellen Kursniveau ist da aber meines Erachtens noch eine „Error-Marge“ für den Fall, dass die Erholung in China etwas später kommt als gedacht. Mein Fazit daher: Die BYD-Aktie bietet bei 12 Euro ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis.

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