Starke Werbeerlöse, schwache Kurse. Bei Netflix klaffen operatives Geschäft und Stimmung an der Börse derzeit spürbar auseinander. Eine frische Herabstufung durch Analysten und ein trüber Ausblick für das zweite Quartal bremsen die Aktie aus.
Analysten werden vorsichtiger
Die Erste Group Bank senkte ihr Rating am Montag von Kaufen auf Halten. Daraufhin gab die Netflix-Aktie leicht nach. Das Handelsvolumen fiel dabei ungewöhnlich niedrig aus. Zuvor hatte bereits das Analysehaus Bernstein sein Kursziel auf 110 US-Dollar gesenkt. Die Experten raten aber weiterhin zum Kauf.
Die Mehrheit der Marktbeobachter bleibt optimistisch. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 114 US-Dollar. Von 38 Analysten empfiehlt nur ein einziger den Verkauf der Papiere.
Gedämpfter Ausblick bremst
Der eigentliche Grund für die aktuelle Schwäche liegt im jüngsten Quartalsbericht. Das Management rechnet für das zweite Quartal mit einem Umsatz von etwa 12,6 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Wachstum von 13 Prozent. Im Vorquartal lag das Plus noch bei 16 Prozent.
Auch die operative Marge soll im Jahresvergleich schrumpfen. Die Kosten für neue Inhalte erreichen im laufenden Quartal ihren Höhepunkt. In der zweiten Jahreshälfte plant Netflix dann wieder mit sinkenden Ausgaben. Die Jahresprognose für 2026 bleibt unangetastet. Das Ziel: eine operative Marge von 31,5 Prozent.
Netflix Aktie Chart
Werbung als Wachstumsmotor
Abseits der kurzfristigen Sorgen entwickelt sich das Werbegeschäft rasant. Die entsprechenden Einnahmen sollen sich im Jahr 2026 auf drei Milliarden US-Dollar verdoppeln. Das Management sieht sich hier voll auf Kurs. Die Kundenbasis wuchs zuletzt massiv an.
In Märkten mit Werbe-Abo entscheiden sich mittlerweile mehr als 60 Prozent der Neukunden für diese Variante. Um die Reichweite besser zu vermarkten, kooperiert der Streaming-Riese mit großen Plattformen. Dazu zählen unter anderem Amazon, Google und The Trade Desk. Besonders stark wächst Netflix aktuell in der Asien-Pazifik-Region.
Die Aktie notiert derzeit rund 32 Prozent unter ihrem Allzeithoch. Analyst Robert Fishman von MoffettNathanson betont die operative Stärke. Er sieht keine negativen Auswirkungen der Wirtschaftslage auf das Werbegeschäft. Mitte Juli folgen die Zahlen für das zweite Quartal. Dann muss das Management beweisen, dass die hohen Investitionen den erhofften Ertrag bringen.
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