Netflix Aktie: Verpflichtet NFL-Insider Pelissero

Symbolbild, KI-generiert

Netflix stärkt Live-Sport und Lizenzpartnerschaften, während die Aktie zulegt und das Unternehmen für 2026 höhere Werbeerlöse anstrebt.

Auf einen Blick:
  • NFL-Spiele erreichen US-Gastronomiebetriebe
  • Netflix verpflichtet NFL-Insider Tom Pelissero
  • Interne Gaming-Studios im August geschlossen
  • Zweites Quartal mit 13 Prozent Umsatzplus

Der Streaming-Pionier Netflix treibt seine Transformation zum breit aufgestellten Medienkonzern voran und setzt dabei verstärkt auf Live-Sport sowie strategische Partnerschaften.

Am heutigen Mittwoch verzeichnete die Aktie im Tagesverlauf einen Zuwachs von 1,9 Prozent auf 71,00 Euro. Damit setzt das Papier seinen positiven Trend fort, nachdem es am gestrigen Dienstag bei 69,67 Euro aus dem Handel gegangen war. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen neue Kooperationen im Bereich der US-Profiliga NFL sowie eine Neuausrichtung der Gaming-Sparte.

NFL-Offensive und kommerzielle Reichweite

Netflix baut seine Präsenz im Bereich der Live-Sportübertragungen massiv aus. Das Unternehmen hat eine mehrjährige Vereinbarung mit EverPass Media geschlossen, um NFL-Inhalte in kommerziellen Einrichtungen in den USA zu verbreiten. Damit erhalten Bars und Restaurants Zugang zu den von Netflix übertragenen NFL-Spielen.

Das Paket umfasst unter anderem das Auftaktspiel der Saison in Melbourne, die Partien am ersten Weihnachtsfeiertag sowie das Spiel am Vorabend von Thanksgiving.

Flankiert wird diese Strategie durch personelle Verstärkungen. In Zusammenarbeit mit The Ringer von Spotify hat Netflix Tom Pelissero als Sideline-Reporter und NFL-Insider verpflichtet. Pelissero soll bei allen NFL-Übertragungen der kommenden Saison zum Einsatz kommen.

CEO Alex Kaplan von EverPass betont die Bedeutung dieser Kooperation für die kommerzielle Reichweite. Die Expansion in den Sportsektor gilt als wichtiger Wachstumshebel, um neue Zuschauergruppen zu erschließen, auch wenn Experten wie Michael Wolf von Activate vor den steigenden Lizenzkosten für Sportrechte warnen.

Strategiewechsel im Gaming-Sektor

Parallel zur Sport-Offensive vollzieht Netflix eine Zäsur in seiner Spielesparte. Im August schloss das Unternehmen seine internen Entwicklungsstudios Night School und Moonloot. Statt auf Eigenentwicklungen scheint der Fokus nun stärker auf der Lizenzierung zugkräftiger Titel zu liegen. Ein prominentes Beispiel ist der Erfolg eines exklusiven Streams zu GTA 6.

Der 27-minütige Stream erreichte 31,1 Millionen Aufrufe und sicherte sich in 87 Ländern den ersten Platz in den Trends. Medienberichten zufolge zahlte Netflix rund 100 Millionen US-Dollar an den Entwickler Take-Two für diese Kooperation.

Während Mobile Games bisher nur für einen minimalen Zuwachs der gesamten Watch-Time von 0,5 Prozent sorgten, zeigen solche Großereignisse das Potenzial der Plattform für externe Partnerschaften.

Auch im klassischen Filmgeschäft bleibt die Schlagzahl hoch: Der Action-Thriller „Facing El Chapo“ unter der Regie von Chava Cartas erreichte mit 20,7 Millionen Aufrufen in der Woche bis zum 30. August die Spitze der nicht-englischsprachigen Filmcharts.

Finanzielle Ziele und Analysteneinschätzung

Finanziell blickt das Unternehmen auf ein solides zweites Quartal zurück, in dem ein Umsatz von 12,56 Milliarden US-Dollar erzielt wurde, was einem Plus von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Für das Gesamtjahr 2026 hat sich das Management das Ziel gesetzt, die Werbeumsätze auf 30 Milliarden US-Dollar zu steigern.

Jim Cramer stufte die Aktie in seiner Sendung „Mad Money“ am vergangenen Donnerstag als moderaten Kauf ein. Er verwies dabei auf die jüngsten Umbrüche in der Führungsebene und die stabilen Wachstumszahlen.

Die Marktstimmung wird zudem durch die Beteiligung großer Investoren gestützt; im zweiten Quartal hielten 122 Hedgefonds Positionen in dem Unternehmen. Trotz der allgemeinen Marktvolatilität und steigender Renditen bei Staatsanleihen konnte die Aktie in den vergangenen 30 Tagen ein Plus von 12 Prozent erzielen.

Analysten beobachten nun genau, ob die Strategie, Live-Events als Wachstumsmotor zu nutzen, die hohen Investitionskosten in Sportrechte rechtfertigen kann.

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