Netflix durchlebt eine Phase extremer Kursverluste. Die Aktie fällt am Donnerstag um 0,71 Prozent auf 62,89 Euro. Auf Monatssicht beträgt das Minus bereits 16,57 Prozent. Gleichzeitig verdichten sich die Anzeichen für eine strategische Neuausrichtung.
Interesse an Lionsgate
Laut Medienberichten prüft Netflix eine Übernahme von Lionsgate Studios. Der Konzern will offenbar seine Inhaltebibliothek mit etablierten Marken erweitern. Die Rechtfertigung von Abo-Preisen wird schwieriger, wenn Produktionslücken drohen.
Bereits früher war Netflix bei Übernahmen gescheitert. Ein Gebot für Roku verlor der Streamingdienst an Fox. Auch der Zuschlag für Warner Bros. Discovery ging an Paramount Skydance. Immerhin kassierte Netflix eine milliardenschwere Entschädigung für den geplatzten Deal.
Bewertung auf Talfahrt
Die jüngste Verkaufswelle drückt die Bewertung massiv. Netflix handelt aktuell beim niedrigsten Kurs-Gewinn-Verhältnis unter den Magnificent Seven — nur Meta Platforms ist günstiger.
Der 14-Tage-RSI liegt bei 25,1 Punkten. Das ist tief im überverkauften Bereich. Kein Wunder bei einer annualisierten Volatilität von fast 29 Prozent.
Institutionelle Anleger zeigen sich uneins. BTC Capital Management stockte sein Netflix-Engagement im ersten Quartal um 57,3 Prozent auf. Über 36.000 Aktien kamen hinzu. Ob dieser Optimismus verfrüht ist, wird sich zeigen.
Neuer Content als Hoffnungsträger
Die Serie I Will Find You erreichte rund 24 Millionen Zuschauer. Das ist der beste Start einer Eigenproduktion im Jahr 2026. Der Dokumentarfilm Maternal Instinct führt ebenfalls die globalen Charts an.
Zwei große Ereignisse stehen bevor: Die dritte Staffel von Squid Game startet Ende Juni. Die Quartalszahlen für das zweite Quartal 2026 folgen im Juli. Dann rückt die Werbeerlös-Entwicklung in den Fokus. Auch Live-Programme und Gaming-Integrationen bleiben wichtige Stellschrauben für die Investoren.
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