Netflix Aktie: Günstigstes Abo in Großbritannien um 30 Prozent teurer

Symbolbild, KI-generiert

Netflix verteuert britische Abos, während Bewertungsmodelle Aufwärtspotenzial sehen und neue Content-Erfolge die langfristige Wachstumsstory stützen.

Auf einen Blick:
  • Britische Netflix-Abos werden teurer
  • Aktie verliert auf Wochenbasis
  • Bewertungsmodell sieht deutliche Unterbewertung
  • GTA-VI-Trailer erzielt Millionenreichweite

Netflix schraubt an der Preisschraube: In Großbritannien wird der günstigste Tarif mit Werbung von 5,99 auf 7,99 Pfund angehoben, ein Plus von rund 30 Prozent. Der Standard-Tarif steigt um ein Pfund auf 13,99 Pfund, das Premium-Abo kostet künftig 20,99 Pfund und überschreitet damit erstmals die Marke von 20 Pfund.

Die Erhöhung reiht sich in eine Serie von Preisanpassungen ein, mit denen der Streaming-Konzern versucht, steigende Content-Kosten auf die Kundschaft umzulegen.

An der Börse zeigt sich die Aktie davon unbeeindruckt reagiert, allerdings fällt der Kurs ohnehin unter Druck: Netflix notiert aktuell bei 65,84 Euro und verliert am heutigen Dienstag 2,7 Prozent.

Auf Wochensicht steht ein Minus von 5,6 Prozent zu Buche, der RSI von 44,1 signalisiert keine Überverkauft-Situation, deutet aber auf nachlassenden Schwung hin. Die 30-Tage-Volatilität von 34 Prozent zeigt, wie nervös der Markt das Papier derzeit handelt.

Bewertungsmodelle sehen Unterbewertung

Trotz der jüngsten Kursschwäche kommen Analysemodelle zu einem freundlicheren Bild. Ein Discounted-Cashflow-Modell beziffert den fairen Wert der Aktie mit 97 US-Dollar, gegenüber einem Kurs von 78,25 US-Dollar im September ergäbe sich daraus eine Unterbewertung von rund 19,6 Prozent.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 23,9 – niedriger als bei vergleichbaren Streaming- und Medienwerten mit einem Durchschnitt von 54,2, aber über dem breiteren Sektordurchschnitt von 21,9. Der Aktienkurs hat sich den Angaben zufolge binnen drei Jahren um 80 Prozent erhöht, was die langfristige Wachstumsstory unterstreicht, auch wenn kurzfristig Gegenwind herrscht.

Content-Erfolge als Wachstumstreiber

Operativ liefert Netflix derzeit mehrere Argumente für zufriedene Anleger. Der exklusive Extended Look zu GTA VI erzielte laut Berichten binnen vier Tagen 31,1 Millionen Aufrufe auf der Plattform und führte in 87 von 93 Ländern die Trending-Charts an – ein Beleg dafür, wie stark Netflix mittlerweile auch als Marketing-Kanal für große Gaming-Titel fungiert. Der eigentliche Titel erscheint erst im November, doch der virale Erfolg des Trailers zeigt die Reichweite der Plattform.

Auch die Partnerschaft mit der WWE läuft nach Angaben von Netflix-Vizepräsident Gabe Spitzer besser als erwartet. Man habe in den USA „jede Kennzahl“ erreicht, das internationale Wachstum überrasche sogar positiv. Netflix überträgt sämtliche WWE-Inhalte außerhalb der USA, darunter Raw, SmackDown und NXT, und plant Live-Events in Italien, Australien und Mexiko.

Abgerundet wird das Bild durch Jubiläumsfeiern in zwei wichtigen Wachstumsmärkten: In Südkorea begeht Netflix im Oktober zehn Jahre Präsenz mit einem kostenlosen Fanfestival in Seoul, in Lateinamerika blickt der Konzern auf 15 Jahre zurück, in denen laut eigenen Angaben allein in Mexiko mehr als 200 Produktionen entstanden sind.

Dazu kommt eine neu angekündigte Horror-Serie im Supernatural-Genre. Für Anleger ergibt sich damit ein Bild aus kurzfristigem Kursdruck bei gleichzeitig breiter aufgestelltem, wachsendem Content-Portfolio, das laut Bewertungsmodellen noch nicht vollständig eingepreist scheint.

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