Der Streaming-Riese Netflix richtet seine Wachstumsstrategie neu aus und setzt dabei verstärkt auf Effizienz. Heute wurde bekannt, dass das Unternehmen die beiden Videospielstudios Night School und Moonloot schließt. Night School, bekannt für das Spiel Oxenfree, war 2021 die erste Studio-Akquisition des Konzerns.
Mit diesem Schritt verabschiedet sich Netflix von einer breiter angelegten Gaming-Offensive und konzentriert sich künftig auf Kernbereiche wie Party- und Kinderspiele sowie lizenzierte Titel wie ein Spiel zur FIFA-Weltmeisterschaft. Die Neuausrichtung folgt auf die Schließung des Teams Blue im Oktober 2024 und unterstreicht den Fokus auf kosteneffiziente Inhalte.
Quartalszahlen und gedämpfter Ausblick
Die finanziellen Ergebnisse für das zweite Quartal zeichnen ein gemischtes Bild. Netflix konnte den Umsatz um 13 Prozent auf 12,56 Milliarden US-Dollar steigern, verfehlte damit jedoch knapp die Erwartungen der Analysten. Beim Gewinn pro Aktie (EPS) übertraf das Unternehmen mit 0,80 US-Dollar die Prognosen leicht.
Sorgen bereitete dem Markt jedoch der Ausblick auf das dritte Quartal: Die Umsatzprognose von 12,86 Milliarden US-Dollar liegt unter den bisherigen Schätzungen von 13,01 Milliarden US-Dollar. Für das Gesamtjahr rechnet das Management nun mit einem Umsatz zwischen 51 und 51,4 Milliarden US-Dollar.
Parallel zur Kostenkontrolle investiert Netflix selektiv in bewährte Formate und Partnerschaften. So wurde ein Lizenzdeal mit AMC Global Media über 500 Millionen US-Dollar für das „Walking Dead Universe“ abgeschlossen.
Im Bereich der Sportübertragungen verlief die Premiere des MLB-Spiels „Field of Dreams“ auf der Plattform mit 1,66 Millionen Zuschauern hingegen verhaltener als frühere Events. Auch die zweite Staffel der Erfolgsserie „One Piece“ verzeichnete mit 16,8 Millionen Abrufen in den ersten vier Tagen einen leichten Rückgang im Vergleich zum Serienstart.
Investoren-Rochade bei den Großaktionären
An der Börse sorgt die Rückkehr eines prominenten Investors für Aufsehen. Bill Ackman hat über seinen Hedgefonds Pershing Square 3,15 Millionen Netflix-Aktien erworben, was etwa 4,9 Prozent seines Portfolios entspricht.
Ackman, der 2022 nach einem massiven Kurssturz Verluste in Millionenhöhe mit dem Titel realisiert hatte, setzt damit erneut auf den Marktführer im Streaming-Sektor. Im Gegensatz dazu hat Tiger Global seine Position deutlich reduziert und 2,44 Millionen Aktien verkauft.
Das Vertrauen des Managements in die eigene Bewertung spiegelt sich in massiven Aktienrückkäufen wider. Im zweiten Quartal kaufte Netflix eigene Anteile für die Rekordsumme von 4,7 Milliarden US-Dollar zurück. Insgesamt sind weitere Rückkäufe im Volumen von 27 Milliarden US-Dollar genehmigt.
Die Analysten bewerten die Lage unterschiedlich: Während Morgan Stanley die Aktie mit „Overweight“ und einem Kursziel von 90 US-Dollar einstuft, hob TheStreet Pro das Rating am Montag auf „Two“ an und nannte ein Ziel von 85 US-Dollar.
Im heutigen Handel notiert die Aktie bei 66,42 Euro, was einem Plus von 1,1 Prozent entspricht. In den vergangenen 30 Tagen konnte das Papier bereits um 12 Prozent zulegen.
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