Vor wenigen Tagen ist Netflix aus dem milliardenschweren Bieterwettkampf um Warner Bros. Discovery ausgestiegen. In einem Interview mit Bloomberg hat Co-CEO Ted Sarandos nun die Hintergründe zum Rückzug erläutert.
Demnach war der Ausstieg keine spontane Reaktion, sondern fußt auf einer bereits im Vorfeld festgelegten Preisdisziplin. Netflix hatte intern mehrere Szenarien durchgespielt und eine klare Obergrenze definiert.
Netflix-Aktie: Manager Sarandos betont finanzielle Vernunft
Als Paramount Skydance ein höheres Angebot vorlegte – inklusive einer ungewöhnlichen Garantie für einen 111‑Milliarden‑Dollar‑Deal – war für Sarandos sofort klar, dass Netflix nicht nachziehen würde. Er betont mehrfach, dass man „genau wusste, was zu tun ist“, sobald die Nachricht über das Konkurrenzangebot einging. Die Entscheidung sei also keine Reaktion auf politischen Druck oder regulatorische Risiken gewesen, sondern eine Frage der finanziellen Vernunft.
Sarandos widerspricht zudem der Darstellung, Netflix sei an wachsendem politischen Widerstand gescheitert. Die Gespräche mit dem US‑Justizministerium seien normal verlaufen, der Präsident habe sich neutral verhalten, und die Untersuchung sei inzwischen abgeschlossen.
Netflix-Aktie: Sarandos sieht Kostenproblematik bei Warner Bros.
Interessant ist, wie Sarandos die Folgen des nun wahrscheinlichen Paramount‑Warner‑Deals einschätzt. Er erwartet massive Einschnitte: bis zu 16 Milliarden Dollar an Kostensenkungen und tausende gestrichene Stellen bei Warner Bros. Weniger Produktionen, weniger Beschäftigte – ein Szenario, das er als Belastung für Hollywood beschreibt. Gleichzeitig sieht er für Netflix eher Vorteile: Ein hochverschuldeter Konkurrent müsse Inhalte verkaufen, und Netflix sei ein verlässlicher Käufer.
Trotz des geplatzten Deals will Sarandos die neu geknüpften Beziehungen zu Kinobetreibern nutzen und künftig mehr Netflix‑Filme ins Kino bringen. Gegenüber Bloomberg betonte er zudem, dass Netflix in den kommenden Monaten kaum ein anderes Studio ins Visier nehmen werde.
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