Ein überraschender Umbau an der Spitze der Programmsparte hat die Netflix-Aktie am Freitag um 3,1 Prozent auf 62,76 Euro nach unten gezogen. Die Ankündigung, dass Bela Bajaria nach fast zehn Jahren das Unternehmen verlässt und Peter Rice die Position des Chief Content Officer übernimmt, löste an den Märkten Verunsicherung aus.
Der Personalwechsel folgt unmittelbar auf einen angekündigten Stellenabbau und fällt in eine Phase erhöhter Nervosität vor den anstehenden Quartalszahlen.
Neuer Kreativchef folgt auf Stellenabbau
Der Wechsel in der kreativen Führung wird am 26. Oktober wirksam. Peter Rice übernimmt die inhaltliche Gesamtverantwortung, während Bajaria ihren Abschied nimmt. Die personelle Neuausrichtung trifft auf ein ohnehin unruhiges Umfeld: Erst am Mittwoch hatte Netflix angekündigt, rund sechs Prozent der Belegschaft abzubauen.
Davon sind knapp 1.000 Arbeitsplätze betroffen, vor allem in den Bereichen Produkt, Technologie, Recht und Personal. Das Unternehmen betonte dabei zugleich, auf Kurs zu bleiben, um die Prognose für das Gesamtjahr zu erfüllen.
Zusätzlich zu den personellen Weichenstellungen treibt der Streamingdienst seine Expansion in den Sportbereich voran. Am Dienstag sicherte sich der Konzern die exklusiven Übertragungsrechte für alle 104 Spiele der FIFA-Weltmeisterschaft 2030 in Spanien und Andorra. Dennoch dominierten zum Wochenausklang die Sorgen über die kurzfristige Neuausrichtung des Programmangebots.
Analysten reagieren mit Kurszielsenkungen
Die jüngsten Entscheidungen riefen auch an der Wall Street Anpassungen hervor. Am Freitag senkte Analystin Alicia Reese von Wedbush das Kursziel für Netflix von $105 auf $90, behielt jedoch die Einstufung Outperform bei. Das Haus verwies darauf, dass das Nutzer-Engagement weiterhin der zentrale Streitpunkt unter den skeptischen Marktteilnehmern bleibe.
Parallel dazu passte Brian Pitz von BMO Capital sein Kursziel für den Titel an. Er reduzierte den fairen Wert am Freitag von $135 auf $125, bestätigte aber ebenfalls das Votum Outperform. Zuvor hatte bereits Huber Research am Dienstag eine Abstufung vorgenommen und Bedenken hinsichtlich der Preisgestaltung sowie des Engagements geäußert.
Klarheit über die operative Verfassung des Konzerns dürften die nächsten Tage bringen. Netflix wird am 20. Oktober die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 samt aktuellem Geschäftsausblick vorlegen.
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