Netflix: Ackman kauft 13,1 Millionen Aktien

Netflix-Aktie erreicht tiefste Bewertung seit Jahren; Pershing Square nutzt die Gelegenheit und investiert in den Streaming-Anbieter.

Auf einen Blick:
  • Historisch niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis
  • Pershing Square erwirbt Netflix-Anteile
  • Insider-Verkäufe von Führungskräften im August
  • KI- und Podcast-Expansion als Wachstumstreiber

Netflix ist so günstig bewertet wie seit Jahren nicht mehr. Nach einem heftigen Absturz von den Rekordhochs handelt die Aktie zum niedrigsten Gewinnmultiplikator seit Langem. Erst zum dritten Mal in 15 Jahren fällt der Streaming-Riese so tief — und Investoren fragen sich, ob das die Kaufgelegenheit ist oder eine Warnung.

Am Donnerstag schloss die Aktie bei 68,58 Euro, ein Minus von 0,1 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 1,5 Prozent, über den vergangenen Monat sogar von 14 Prozent. Die Erholung kommt nach einem Absturz von rund 43 Prozent vom Allzeithoch.

Die dritte große Bewertungskorrektur

Netflix handelt aktuell zum 21-fachen der erwarteten Gewinne. Noch im vergangenen Herbst lag dieser Wert bei fast 50. Der Konzern galt über weite Strecken seiner Geschichte als Premium-Wert mit entsprechend hoher Bewertung.

Analysten ziehen einen historischen Vergleich. Nur zweimal zuvor in 15 Jahren ist die Aktie derart eingebrochen. 2011 verlor Netflix mehr als drei Viertel seines Werts, als der Konzern sein Streaming- und DVD-Versandgeschäft trennen wollte. Der Pay-TV-Sender Starz zog damals zusätzlich seine Inhalte zurück. Die Folge: massive Abonnentenverluste, die das Kurs-Gewinn-Verhältnis bis auf 14 drückten.

Ackman steigt ein — mit Rückendeckung aus der Geschichte

Vor wenigen Wochen meldete Bill Ackmans Pershing Square eine neue Netflix-Position. Der Fonds kaufte im zweiten Quartal 2026 rund 13,1 Millionen Aktien. Zum Stichtag 30. Juni machte die Position dennoch weniger als 5 Prozent des Gesamtportfolios aus und schaffte es nicht in die Top-10-Holdings.

Im Aktionärsbrief zum zweiten Quartal erklärte Pershing Square, Netflix habe die „Streaming-Kriege gewonnen“. Der Fonds kaufte demnach, nachdem die Aktie rund 50 Prozent von ihrem Rekordhoch im Juni 2025 verloren hatte. Das Gewinnmultiplikator war zu diesem Zeitpunkt bereits von 40 auf 21 gefallen.

Ganz ohne Risiko ist die Wette allerdings nicht. Es gibt keine Garantie, dass sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis wieder auf historische Tiefstände zurückbewegt. Kehrt das Abonnenten- und Umsatzwachstum zurück, könnte die Aktie eine kräftige Erholung erleben. Mit Blick auf die Vergangenheit mahnen manche Analysten dennoch zur Vorsicht beim Einstieg.

Operatives Umfeld und Insider-Verkäufe

Die Abschreibungen auf Inhalte fielen in der ersten Jahreshälfte besonders hoch aus. Das dürfte sich in der zweiten Hälfte entspannen und stützt die Erwartung eines stärkeren operativen Gewinnwachstums im weiteren Jahresverlauf. Netflix treibt zudem den Einsatz von künstlicher Intelligenz voran und erweitert sein Angebot um Podcasts, Live-Fernsehen und Kurzformate.

Parallel dazu sorgten Insider-Verkäufe für Gesprächsstoff. Mehrere leitende Führungskräfte, darunter Co-CEO Gregory Peters und Finanzchef Spencer Neumann, verkauften im August Aktien. Solche Transaktionen hängen häufiger mit dem regulären Ablauf von Aktienvergütungen zusammen als mit einer veränderten Einschätzung des Unternehmens.

Ausblick

Der 14-Tage-RSI von 61 zeigt eine konstruktive Kursdynamik, ohne bereits überkauft zu sein. Die annualisierte Volatilität liegt bei 35 Prozent — ein Zeichen dafür, dass der Markt weiterhin erhebliche Unsicherheit rund um die nächsten Quartalszahlen und die Entwicklung von Werbegeschäft und Content-Kosten einpreist. Ob sich die aktuelle Bewertungskorrektur als dauerhafter Boden erweist, wie nach den Abschwüngen 2011, hängt davon ab, wie schnell sich Abonnenten- und Umsatzwachstum in den kommenden Quartalen stabilisieren.

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