Netcompany hebt die untere Spanne seiner Umsatzprognose an und meldet zugleich einen Wechsel in der Geschäftsleitung. Beide Mitteilungen kamen heute zusammen mit den Zahlen zum dritten Quartal. Das Bild ist insgesamt solide, mit einer Schwäche beim Cashflow.
Prognose rückt nach oben
Der Konzern erwartet für 2026 nun ein Umsatzwachstum von 18 bis 20,5 Prozent, zuvor lag die Spanne bei 16 bis 20,5 Prozent. Ohne die Banking-Services-Sparte sollen es 8,5 bis 10,5 Prozent werden, bisher waren 6,5 bis 10,5 Prozent geplant. Das obere Ende bleibt unverändert, nur der Boden steigt.
Grundlage ist ein Plus von 28,1 Prozent in den ersten neun Monaten, bereinigt um Banking Services waren es 12,7 Prozent. Hinzu kommen der aktuelle Auftragsbestand und die gewichtete Pipeline. Die Prognose für die bereinigte EBITDA-Marge bleibt bei etwa 16 bis 19 Prozent, ohne Banking Services bei 17 bis 20 Prozent.
Drittes Quartal mit besserer Marge
Im dritten Quartal wuchs der Umsatz um 8,1 Prozent auf 2,34 Milliarden dänische Kronen. Das bereinigte EBITDA erreichte 420,1 Millionen Kronen. Die Marge lag bei 17,9 Prozent und damit 1,4 Prozentpunkte über dem Vorjahresquartal.
Auffällig ist der Freie Cashflow: Er war mit minus 170,6 Millionen Kronen negativ. Die Verschuldung gemessen am EBITDA beträgt das 2,4-Fache. Die Belegschaft wuchs im Schnitt auf 9.653 Vollzeitstellen.
Wachstum meldete Netcompany in allen Märkten. Großbritannien stach mit einem Plus von mehr als 42 Prozent heraus. Konzernchef André Rogaczewski verweist zudem auf die Nachfrage nach dem KI-Orchestrierungstool Feniks AI, das Kunden wegen seiner Sicherheits- und Souveränitätsmerkmale schätzten.
Kommerzchef geht Ende des Jahres
Alexandros Manos, Chief Commercial Officer, verlässt die Geschäftsleitung zum 31. Dezember 2026. Er will sich künftig auf Aufsichts- und Beratungsmandate konzentrieren. Ab 1. Januar 2027 bleibt er als Senior Advisor, vor allem für den griechischen und den EU-Markt.
Manos kam 2021 mit der Übernahme von Intrasoft International zu Netcompany. Unter seiner Führung verdoppelten sich Umsatz und Marge der Einheit SEE & EUI in fünf Jahren, wie Verwaltungsratschef Bo Rygaard mitteilt. Die Geschäftsleitung besteht ab Januar aus drei Personen: Rogaczewski als CEO, Claus Jørgensen als COO und Thomas Johansen als CFO.
Die Telefonkonferenz zu den Zahlen beginnt heute um 11.00 Uhr MEZ. Dort dürfte sich zeigen, wie das Management den negativen Cashflow erklärt und wer die kommerziellen Aufgaben von Manos übernimmt.
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