NetApp hat binnen weniger Stunden gleich drei Ankündigungen nachgelegt. Im Kern geht es um eine Frage: Wie lassen sich Daten für KI-Agenten nutzen, ohne sie zu kopieren oder die Kontrolle über ihren Standort zu verlieren? Besonders europäische Kunden stehen dabei im Blick.
Keystone Sovereign für Europa
Mit „Keystone Sovereign“ erweitert der Speicherspezialist sein Storage-as-a-Service-Angebot um Kontrollen zur Datenhoheit. Berechtigte Kunden im Europäischen Wirtschaftsraum sollen Daten, Protokolle, Backups und Telemetrie in Europa halten können. Hinzu kommen Support und Eskalationswege mit Sitz in Europa sowie von Europa aus gesteuerte Zugriffs- und Verwaltungsprozesse.
Der Hintergrund: Regulierte Branchen fragen nicht mehr nur, wo Daten liegen. Sie wollen wissen, wer operativ darauf zugreift und wohin Telemetrie fließt. Erste Pilotprojekte laufen zunächst in Deutschland und Frankreich, weitere Länder sollen folgen.
Autonomer Betrieb und Nutanix-Partnerschaft
Parallel dazu präsentiert NetApp neue hybride Multi-Cloud-Funktionen. Die NetApp Console erhält autonome Abläufe unter menschlicher Aufsicht, ein Flottenmanagement für die gesamte Infrastruktur und eine Chat-Schnittstelle für Speicheroperationen. Kunden können dabei ein eigenes Sprachmodell anbinden, die Aktionen bleiben an definierte Richtlinien gebunden.
Auch die Partnerschaft mit Nutanix wird konkreter. ONTAP soll mit der Nutanix-Cloud-Infrastruktur für virtualisierte Workloads zusammenspielen. Die integrierte Funktion soll im Herbst dieses Jahres allgemein verfügbar sein.
KI-Daten ohne Kopiervorgang
Der dritte Baustein zielt auf agentenbasierte KI. Die AI Data Engine erweitert ihre Metadatenermittlung auf die gesamte Datenlandschaft, darunter ONTAP, StorageGRID und Speicher anderer Hersteller. Unternehmen sollen Daten dort auswerten können, wo sie liegen, statt sie erst durch Pipelines zu schieben. Für später kündigt NetApp Analyseintegrationen mit Starburst und Onehouse.AI sowie neue agentenbasierte Dienste an.
Ergänzt wird das durch eine vertiefte Zusammenarbeit mit Commvault. Die Ransomware-Erkennung von NetApp auf dem Primärspeicher wird direkt mit den Wiederherstellungs-Workflows von Commvault verbunden. Gemeinsame Kunden sollen Daten laut Ankündigung innerhalb von Minuten statt Tagen oder Wochen sauber wiederherstellen können.
Finanzielle Kennzahlen nennt NetApp zu den Neuerungen nicht. Der Nutanix-Start im Herbst bleibt der nächste konkrete Termin, die Ausweitung von Keystone Sovereign über Deutschland und Frankreich hinaus ist bislang ohne Datum.
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