Bei Nestlé brennt es lichterloh. Der weltgrößte Lebensmittelkonzern aus der Schweiz muss Säuglingsnahrung in einem bislang beispiellosen Ausmaß zurückrufen. Betroffen sind mindestens 37 Länder rund um den Globus. Europa steht im Fokus. Aber auch Märkte wie China, Australien, Brasilien und Mexiko sind involviert. Der Rückruf trifft mehrere bekannte Babymarken und sorgt für große Unruhe.
Auslöser ist der Verdacht auf eine Verunreinigung mit Cereulid. Das Toxin kann Übelkeit und Erbrechen auslösen. Behörden schlagen Alarm. Gesundheitsministerien in vielen Ländern veröffentlichen Warnungen. Nestlé betont, dass es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme handelt. Krankheitsfälle meldet bislang niemand. Entwarnung klingt jedoch anders.
Nestle Aktie Chart
Die Dimension des Rückrufs ist enorm
Mehr als 800 Produkte aus über zehn Fabriken stehen im Verdacht. Branchenkenner sprechen vom größten Rückruf in der Firmengeschichte. Die betroffenen Chargen stammen aus verschiedenen europäischen Werken und wurden weltweit verteilt. Damit wächst der Druck auf den Konzern weiter.
Besonders heikel wird die Lage durch neue Vorwürfe. Die Verbraucherorganisation Foodwatch erhebt schwere Anschuldigungen. Nestlé habe schon früher von dem Problem gewusst und dennoch weiter ausgeliefert. Hinweise aus dem EU-Warnsystem sollen das belegen. Nestlé weist das entschieden zurück und verweist auf frühere Maßnahmen.
Nestlé: Aktie unter Druck
Auch an der Börse hinterlässt der Skandal Spuren. Die Aktie verliert deutlich an Wert. Anleger reagieren nervös. Für den neuen Konzernchef kommt der Vorfall zur Unzeit. Nach Umbauten und Strategiewechseln sollte eigentlich Ruhe einkehren.
Noch gibt es keine bestätigten Erkrankungen. Doch der Imageschaden droht. Nach früheren Problemen, etwa im Wassergeschäft, steht Nestlé erneut im Rampenlicht. Die Frage bleibt: Wie tief wird dieser Rückruf das Vertrauen treffen?
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