Nestlé liefert überraschend starke Zahlen für das erste Quartal 2026. Das organische Wachstum schlägt die Erwartungen deutlich. Parallel dazu formt CEO Philipp Navratil das Portfolio spürbar um. Die Börse reagiert mit einem kräftigen Kurssprung.
Starkes Wachstum stützt die Aktie
Das organische Umsatzwachstum stieg auf 3,5 Prozent. Analysten hatten im Vorfeld lediglich mit 2,4 Prozent gerechnet. Der ausgewiesene Gesamtumsatz sank währungsbedingt zwar auf 21,3 Milliarden Schweizer Franken. Die internen Wachstumsraten fielen aber robust aus.
Der Aktienkurs honoriert diese Entwicklung. Die Nestlé-Aktie springt am Donnerstag um 6,43 Prozent auf 80,40 Franken. Damit löst sich das Papier deutlich von seinem erst am Dienstag markierten 52-Wochen-Tief. Der jüngste Abwärtstrend ist vorerst gestoppt.
Nestlé S.A. Aktie Chart
Kaffee zieht an, Rückruf bremst
Der wichtigste Wachstumstreiber: das Kaffeegeschäft. Hier legte das reale interne Wachstum um 3,5 Prozent zu. Geografisch lieferten die Schwellenländer abseits von China mit einem organischen Plus von 6,8 Prozent starke Impulse.
Ein weltweiter Rückruf von Säuglingsnahrung im Januar kostete den Konzern rund 90 Basispunkte beim organischen Wachstum. Die Produkte sind mittlerweile wieder normal verfügbar. Etwa die Hälfte des Schadens entstand durch direkte Retouren und Lieferengpässe. Der Rest geht auf eine gesunkene Kundennachfrage infolge des Rückrufs zurück.
Radikaler Portfolio-Umbau
CEO Navratil drückt beim Konzernumbau aufs Tempo. Nestlé verkauft die Kette Blue Bottle Coffee an Centurium Capital. Der Abschluss der Transaktion ist für das erste Halbjahr 2026 geplant.
Das Management stellt weitere Sparten auf den Prüfstand. Für das Wassergeschäft sucht Nestlé nun aktiv nach Partnern. Auch für die Sparte für Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel laufen erste Gespräche mit potenziellen Käufern.
Nach dem soliden Jahresstart bestätigt der Vorstand seine Prognose für 2026. Das Management rechnet weiterhin mit einem organischen Wachstum von drei bis vier Prozent. Der freie Cashflow soll am Jahresende bei über neun Milliarden Franken liegen.
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