Jefferies hebt das Kursziel für Nestlé an — und liefert damit einen handfesten Grund, den Schweizer Konsumgüterriesen neu zu bewerten. Nicht wegen spektakulärer Zahlen, sondern wegen einer nüchternen Erwartung: Das Volumengeschäft zieht an.
Jefferies sieht Verbesserung beim Absatzvolumen
Analyst David Hayes erhöhte das Kursziel von 80 auf 84 Schweizer Franken. Die Einstufung bleibt bei „Hold“. Hayes begründet den Schritt mit einer optimistischeren Einschätzung zur Volumenentwicklung und zum Produktmix. Beides sind zentrale Treiber, nachdem die Branche jahrelang auf Preiserhöhungen gesetzt hat. Jetzt geht es wieder um echtes Absatzwachstum.
Den ersten Beweis liefert Nestlé am 23. Juli 2026 — dann erscheinen die Halbjahreszahlen. Hayes erwartet, dass der Konzern dort positive Signale sendet.
Danone schwächelt, Nestlé profitiert vom Vergleich
Innerhalb des Sektors zeigt sich ein gespaltenes Bild. Jefferies senkte das Kursziel für Danone leicht von 82 auf 80 Euro — bei weiterhin „Buy“-Rating. Als Gründe nennt der Analyst langsamere Fortschritte in den USA und intensiven Wettbewerb. Nestlé erscheint damit im direkten Vergleich robuster aufgestellt.
Sinkende Milchpreise stützen die Marge
Für Nestlé gibt es noch einen weiteren Rückenwind: Der EU-Durchschnittspreis für standardisierte Milch lag im April 2026 bei 39,76 Euro je 100 Kilogramm. Das sind fast 21 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Rückgang läuft seit Juli 2025. Günstigere Rohstoffe verbessern die Margen — sofern Nestlé die Verkaufspreise stabil hält.
Die Aktie notiert aktuell bei 90,49 Euro, rund 7,5 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Auf Jahressicht steht ein Plus von knapp 7 Prozent. Der RSI liegt bei 67,6 — noch nicht überkauft, aber nah dran. Bis zum 52-Wochen-Hoch bei 93,41 Euro fehlen noch gut drei Prozent.
Der 23. Juli wird zeigen, ob Hayes mit seiner Zuversicht richtig liegt. Bestätigen die Halbjahreszahlen das Volumenwachstum, dürfte das Kursziel von 84 Franken schnell wieder zu eng werden.
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