Der Schweizer Lebensmittelriese Nestlé liefert nach einer längeren Schwächephase wieder überzeugende Signale. Das erste Quartal 2026 fiel trotz erheblicher Gegenwind besser aus als erwartet, die Aktie legte daraufhin kräftig zu, und das Management hält an seinen Jahreszielen fest. Für Anleger stellt sich die Frage: Ist das der Beginn einer echten Trendwende?
Der Umsatz belief sich im ersten Quartal auf rund 21,3 Milliarden Schweizer Franken. Auf den ersten Blick erscheint das ernüchternd, denn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet das ein Minus von knapp sechs Prozent. Der Rückgang ist jedoch fast vollständig auf Währungseffekte zurückzuführen, also auf die ungünstige Entwicklung des US-Dollars und anderer wichtiger Währungen gegenüber dem Schweizer Franken. Rechnet man diese Effekte heraus, zeigt sich ein deutlich freundlicheres Bild. Sämtliche Geschäftssegmente wiesen positives organisches Wachstum aus, und das ist ein Fortschritt, den Nestlé seit geraumer Zeit nicht mehr verbuchen konnte.
Rückruf belastet, Kerngeschäft glänzt
Ein weiterer Belastungsfaktor war ein Rückruf im Babynahrungsgeschäft, der das Quartalsergebnis um rund 90 Basispunkte drückte. Das Management zeigte sich jedoch zuversichtlich, die Folgen bis Jahresende vollständig zu kompensieren. Bereinigt um diesen Effekt hätte Nestlé das stärkste Wachstumsquartal seit 2024 vorgelegt. Besonders erfreulich entwickelte sich das Kaffeegeschäft mit einem Zuwachs von fast zehn Prozent, getragen vor allem von Nescafé. Auch Tiernahrung legte zu, und der Bereich Food und Snacks zog ebenfalls an.
Nestle Aktie Chart
Blue Bottle Coffee wird verkauft
Passend zur Ergebnispräsentation gab Nestlé einen weiteren strategischen Schritt bekannt. Das Unternehmen trennt sich von Blue Bottle Coffee und verkauft die Premiumkaffeekette an Centurium Capital, einen chinesischen Finanzinvestor mit Verbindung zur Kaffeekette Luckin Coffee. Nestlé hatte 2017 einen Mehrheitsanteil an dem US-amerikanischen Szeneröster für rund 425 Millionen Dollar erworben. Der Verkauf steht für einen klaren Strategiewechsel: Statt ein globales Café-Netzwerk zu betreiben, konzentriert sich der Konzern künftig auf skalierbare Plattformen wie Nespresso und Nescafé. Die Nespresso-Pods unter der Marke Blue Bottle bleiben übrigens im Haus.
Bewertung bietet Einstiegschance
An der Börse kam all das gut an. Die Aktie legte nach den Quartalszahlen um knapp fünf Prozent zu. Für das Gesamtjahr peilt Nestlé einen freien Cashflow von neun Milliarden Schweizer Franken an und erwartet ein beschleunigtes reales Mengenwachstum. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 18 auf Basis der erwarteten Gewinne bewegt sich die Aktie nahe historischer Tiefstände. Dazu kommt eine Dividendenrendite von etwa vier Prozent, was das Papier auch für einkommensorientierte Anleger attraktiv macht.
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