Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé treibt den Ausbau seines Geschäfts mit Tiernahrung im asiatischen Raum weiter voran. Wie heute bekannt wurde, investiert das Unternehmen rund 157 Millionen Franken in die Erweiterung der Produktionskapazitäten in Thailand.
Die Mittel fließen primär in das bestehende Werk in Rayong, um der steigenden Nachfrage nach hochwertiger Tiernahrung gerecht zu werden. Trotz dieser strategischen Expansionsmeldung geriet die Aktie am heutigen Mittwoch unter Druck.
Strategischer Fokus auf das Purina-Portfolio
Die Investition in Thailand ist gezielt auf die Marke Purina ausgerichtet, zu der bekannte Namen wie Felix, Friskies, Pro Plan und Purina One gehören. In dem Werk in Rayong soll künftig sowohl für den thailändischen Inlandsmarkt als auch für internationale Märkte produziert werden. Das Segment Tiernahrung hat sich für Nestlé zu einem zentralen Ertragspfeiler entwickelt und steuert mittlerweile rund 21 Prozent zum gesamten Gruppenumsatz bei.
Dieser Schritt in Thailand ist Teil einer umfassenderen Strategie, die darauf abzielt, die Kapazitäten in margenstarken Kategorien zu erhöhen. Erst Mitte Juli hatte der Konzern angekündigt, rund 563 Millionen Franken in den Ausbau einer Produktionsstätte für Nescafé in Thailand zu investieren, die voraussichtlich Ende 2028 den Betrieb aufnehmen soll. Damit festigt Nestlé seine industrielle Präsenz in Südostasien in zwei seiner wichtigsten Produktgruppen gleichzeitig.
Globale Investitionsoffensive im Tierfutter-Markt
Die aktuelle Ankündigung reiht sich in eine Serie weltweiter Kapitalmaßnahmen im Bereich Tiernahrung ein. Medienberichten zufolge plant das Unternehmen zudem Investitionen in Höhe von 520 Millionen Franken in ein Tierfutterwerk in Italien.
Erst Ende August eröffnete Nestlé zudem ein neues Purina-Werk in den USA. Diese globale Expansion folgt auf ein erstes Halbjahr, in dem sich das organische Wachstum des Konzerns leicht auf 3,7 Prozent beschleunigte.
Parallel zur Konzentration auf Wachstumsfelder wie Tiernahrung und Kaffee setzt Nestlé den Umbau seines Portfolios fort. Vor rund einem Monat brachte der Konzern den Umbau des europäischen Wassergeschäfts zum Abschluss. Dabei wurde mit der Beteiligungsgesellschaft Platinum Equity das Gemeinschaftsunternehmen Peranel gegründet, an dem Nestlé mit 50 Prozent beteiligt ist.
Kursdruck trotz Expansionskurs
An der Börse konnte die Nachricht über den thailändischen Standortausbau die kurzfristige Stimmung nicht stützen. Das Papier verlor am heutigen Handelstag deutlich an Wert und notiert bei 82,68 Euro, was einem Minus von 3,0 Prozent entspricht. Damit entfernt sich der Wert weiter von seinen gleitenden Durchschnitten; aktuell notiert der Kurs 3,5 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 85,68 Euro.
Belastet wurde die Marktstimmung unter anderem durch eine aktuelle Analysteneinschätzung. Am Montag hatte das Analysehaus Bernstein Research die Einstufung für Nestlé auf „Market-Perform“ belassen. Der zuständige Analyst setzte das Kursziel dabei bei 74 Franken fest, was deutlich unter dem aktuellen Handelsniveau liegt.
Marktbeobachter werten die heutigen Kursabgaben zudem als mögliche Gewinnmitnahmen nach der vorangegangenen Erholungsphase, während die Investitionsmeldungen als notwendige, aber erwartbare Schritte zur langfristigen Standortsicherung eingestuft werden.
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