Die Nemetschek-Aktie musste am späten Donnerstagvormittag erneut Einbußen hinnehmen. So verlier der auf Software-Titel um 1,7 % auf 53,9 Euro. Das 6-Monats-Minus vergrößerte sich damit auf -43 % (Stand: 18.06.2026, 11:30 Uhr).
Nemetschek-Aktie: Konzern beteiligt sich an Techunternehmen Dawex
Dabei hat der auf Bausoftware spezialisierte Konzern am Donnerstag eine interessante Investition bekannt gegeben. Demnach erweitert Nemetschek sein Engagement im Bereich digitaler Plattformen und wird strategischer Investor beim französischen Technologieunternehmen Dawex.
Das Münchner Softwarehaus beteiligt sich im Rahmen einer Finanzierungsrunde an dem Spezialisten für Datenaustausch und Datenmärkte. Über die Höhe der Investition machten die Unternehmen keine Angaben.
Wie Nemetschek mitteilte, soll die Beteiligung die Zusammenarbeit beider Unternehmen vertiefen. Bereits seit mehreren Jahren arbeiten die Partner an Lösungen, die den sicheren Austausch von Daten innerhalb der Bau- und Immobilienbranche ermöglichen. Durch die neue Vereinbarung will Nemetschek die Entwicklung offener Datenökosysteme weiter vorantreiben.
Nemetschek-Aktie: Big Data für die Baubranche
Dawex bietet eine Plattform, über die Unternehmen Daten kontrolliert und nachvollziehbar mit Partnern, Kunden oder anderen Organisationen teilen können. Solche Systeme gewinnen zunehmend an Bedeutung, da digitale Projekte immer stärker auf die Zusammenarbeit verschiedener Unternehmen angewiesen sind. Besonders in der Bauwirtschaft entstehen große Datenmengen, die über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes hinweg genutzt werden können.
Nemetschek-Vorstandschef Yves Padrines erklärte, der Datenaustausch werde zu einem entscheidenden Baustein für die digitale Transformation der Bau- und Immobilienbranche. Die Beteiligung an Dawex sei ein weiterer Schritt, um Innovationen in diesem Bereich zu beschleunigen. Auch Dawex sieht in der vertieften Partnerschaft die Möglichkeit, die Entwicklung vertrauenswürdiger Datenräume international voranzutreiben.
Nemetschek-Aktie unter Druck: Angst vor KI-Disruption
Trotzdem lief die Nemetschek-Aktie in den letzten Monaten ziemlich schwach. Hintergrund sind unter anderem Befürchtungen, wonach KI-Lösungen das klassische Geschäft mit Bausoftware unter Druck setzen könnten.
Konzernboss Padrines hält diese Sorgen jedoch für übertrieben. Im Gespräch mit „Börse Online“ verwies er kürzlich darauf, dass Nemetschek über jahrzehntelange Branchenexpertise, einen großen Datenbestand entlang des gesamten Gebäudelebenszyklus und enge Kundenbeziehungen verfügt, die sich nicht einfach durch allgemeine KI-Modelle ersetzen ließen.
Zudem nutze das Unternehmen die Technologie von KI-Anbietern selbst und ergänze sie um eigene Funktionen für die Bau- und Immobilienbranche, so der Manager.
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