Nemetschek Aktie: EBITDA springt um 30 Prozent

Nemetschek treibt KI-Integration in der Baubranche voran, trotz schwachem Aktienkurs. Das Unternehmen meldet solides Umsatz- und Gewinnwachstum im ersten Quartal 2026.

Auf einen Blick:
  • KI-Integration im gesamten Software-Portfolio
  • Umsatzplus von 17 Prozent im ersten Quartal
  • Aktienkurs liegt 29 Prozent unter Jahresstart
  • Übernahme von HCSS für Infrastruktur-Wachstum

Nemetschek will die Baubranche mit künstlicher Intelligenz umkrempeln. Während das Management auf der Digital Construction Week in London die technologische Führerschaft zelebriert, hinkt der Aktienkurs den Ambitionen deutlich hinterher. Die Integration neuer Zukäufe rückt nun verstärkt in den Fokus der Marktbeobachter.

Fokus auf den digitalen Gebäudelebenszyklus

Auf der Branchenmesse DCW präsentierte der Konzern sein gesamtes Software-Portfolio unter dem Banner der KI-Integration. Marken wie ALLPLAN und Graphisoft sollen durch den neuen „AI & Data Innovation Hub“ produktiver werden. Das Unternehmen strebt die Rolle als vertikaler KI-Vorreiter an, um datengestützte Entscheidungen über den gesamten Gebäudelebenszyklus zu ermöglichen.

Parallel dazu setzt Nemetschek auf externe Impulse. Am Messestand zeigten Venture-Partner wie Preoptima und Symterra neue Ansätze für die digitale Transformation. Experten des Konzerns diskutierten in London zudem, wie Innovationen in der AECO-Branche konkrete Wettbewerbsvorteile schaffen können.

Starke Quartalszahlen treffen auf schwache Kurse

Die operativen Zahlen stützen diesen Kurs vorerst. Im ersten Quartal 2026 kletterte der währungsbereinigte Umsatz um 17 Prozent auf 313,1 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (EBITDA) legte währungsbereinigt um rund 30 Prozent zu.

Dieses Plus auf 98,4 Millionen Euro steht im Kontrast zur bisherigen Kursentwicklung. Mit einem Schlusskurs von 64,40 Euro am Freitag notiert das Papier rund 29 Prozent unter dem Jahresauftakt. Seit dem Höchststand von fast 138 Euro im August 2025 hat die Aktie über die Hälfte an Wert verloren.

Ausblick und strategische Zukäufe

Für das Gesamtjahr peilt der Vorstand ein Umsatzplus von bis zu 15 Prozent an. Die EBITDA-Marge soll zwischen 32 und 33 Prozent liegen. Ein wichtiger Baustein für das künftige Wachstum im Infrastruktursektor ist die Übernahme von HCSS.

Der Abschluss dieser Akquisition ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant. Sie soll die Position im Tiefbau stärken und das Portfolio in einem wachstumsstarken Markt ergänzen. Die bekräftigte Prognose verdeutlicht das Vertrauen des Managements in die aktuelle Strategie, trotz der volatilen Marktlage die gesteckten Ziele zu erreichen.

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