Nemetschek Aktie: 52-Wochen-Tief bei 55 Euro

Die Nemetschek-Aktie fällt auf 56,30 Euro und nähert sich dem 52-Wochen-Tief. Baukrise und Tech-Sektor-Rotation belasten den Bausoftware-Spezialisten.

Auf einen Blick:
  • Aktienkurs fällt auf 56,30 Euro
  • Mehr als 37 Prozent Verlust seit Jahresstart
  • Baukrise und Tech-Sektor-Rotation als Belastung
  • Technische Indikatoren zeigen schwache Dynamik

Die Nemetschek-Aktie rutscht immer tiefer. Am Montag schloss das Papier bei 56,30 Euro. Das ist kaum mehr als ein Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 55,00 Euro. Der Rückgang der letzten sieben Tage beträgt 9,7 Prozent.

Seit Jahresbeginn hat der Bausoftware-Spezialist mehr als 37 Prozent an Wert verloren. Vor zwölf Monaten stand die Aktie noch mehr als doppelt so hoch.

Bauflaute drückt aufs Geschäft

Nemetschek leidet unter der Krise der Immobilienbranche. Bauherren und Projektentwickler investieren weniger, das spürt auch der Softwareanbieter. Zwei wichtige Stimmungsbarometer – der IW-Index und der Bulwiengesa-Immobilienklimaindex – zeigen im Juni einen deutlichen Einbruch.

Die Gründe sind vielfältig: geopolitische Spannungen, Diskussionen über Mietpreiseingriffe, steigende Baukosten. Hinzu kommen Sorgen über erschwerte Finanzierungen. All das bremst die Nachfrage nach Planungssoftware.

Tech-Sektor unter Druck

Am Montag kam ein weiterer Faktor hinzu. Die Ankündigung eines Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran löste an den Börsen eine Sektorrotation aus. Luftfahrt- und Tourismuswerte legten zu, Technologieaktien gerieten unter Druck.

Der Vermögensverwalter ODDO BHF sprach von Gewinnmitnahmen bei Tech-Titeln. Als Belastungsfaktoren nannte der CIO View starke US-Arbeitsmarktdaten, Inflationsrisiken und Zinserwartungen. Kurz gesagt: Die Luft für Tech-Aktien wird dünner.

Technisch angespannte Lage

Die technischen Kennzahlen geben wenig Anlass zur Hoffnung. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 62,87 Euro, der 200-Tage-Durchschnitt bei 81,23 Euro. Beide Marken sind in weiter Ferne. Der RSI von 37,4 signalisiert schwache Dynamik, aber noch keine überverkaufte Situation.

Die annualisierte Volatilität von knapp 57 Prozent bleibt hoch. Die kommenden Impulse aus der Bau- und Tech-Branche entscheiden, ob Nemetschek das 52-Wochen-Tief von 55 Euro hält oder durchbricht.

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