Ruhig war das erste Quartal 2026 bei Nel ASA. Sehr ruhig. Der Auftragseingang rauschte um 73 Prozent nach unten auf NOK 85 Millionen, nachdem im Vorjahresquartal noch NOK 312 Millionen hereingekommen waren. Das Auftragsbuch steht nun bei NOK 1,113 Milliarden, gut ein Viertel weniger als vor einem Jahr. Und der Nettoverlust? NOK -144 Millionen.
Besserung? Ein bisschen.
Immerhin, ganz ohne positive Vorzeichen ist der Quartalsbericht nicht. Das EBITDA verbesserte sich um NOK 15 Millionen auf NOK -100 Millionen. Der Alkaline-Bereich steigerte seinen Umsatz um 6 Prozent und verbesserte das EBITDA um NOK 35 Millionen gegenüber Q1 2025. Das ist ordentlich. Und nach dem Quartalsende unterschrieb die PEM-Sparte einen Kaufauftrag über 7 Millionen US-Dollar, auf den CEO Håkon Volldal sichtlich Wert legt.
Der Kassenbestand liegt bei NOK 1,44 Milliarden. Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren es noch NOK 2,06 Milliarden. Nel verbrennt Geld, das ist keine neue Erkenntnis, aber das Tempo bleibt unangenehm.
Nel ASA Aktie Chart
Volldal setzt auf Resilienz-Rhetorik
Der CEO versucht derweil, die Stimmung zu drehen. „Ein stärkerer Fokus auf Resilienz und Sicherheit sollte sich positiv auf die Elektrolyseur-Industrie auswirken“, sagt Volldal, der auf dezentrale Energieversorgung und Verteidigungsanwendungen als neue Treiber verweist. Erneuerbare Wasserstoffproduktion nah am Endverbraucher, weniger Abhängigkeit von zentralisierten Energielieferketten. Das Argument ist nicht falsch, es ist halt auch nicht neu.
6. Mai soll der große Tag werden
Konkreter wird Volldal beim Thema Technologie: Am 6. Mai soll eine neue druckbasierte alkalische Plattform offiziell lanciert werden. „Ein Quantensprung für Nel“, sagt er, und dass man bereits in engem Austausch mit mehreren Kunden über Lieferungen sei. Ob daraus rasch Aufträge werden, die das schrumpfende Auftragsbuch wieder füllen, ist die eigentliche Frage.
NOK 85 Millionen Auftragseingang in einem Quartal, und der PEM-Bereich soll in der ersten Jahreshälfte noch ein paar Aufträge einsammeln. Für ein Unternehmen, das pro Quartal dreistellige Millionenverluste schreibt, ist das eine sportliche Hoffnung.
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