Liebe Leserin, lieber Leser,
die Aktie von Nel ASA ist am Montag mit einem kleinen Aufschlag von 0,7 Prozent auf knapp 0,27 Euro in den Handel in Frankfurt gestartet. Damit weisen die Papiere des norwegischen Wasserstoff-Spezialisten zwar einen satten Aufschlag von 45 Prozent aus dem zurückliegenden Monat auf. Seit ihrem Höchststand am Dienstag der vergangenen Woche bei 0,33 Euro allerdings gab die Nel-Aktie fast 20 Prozent nach. Die Kursentwicklung scheint sich derzeit völlig losgelöst zu haben von der Nachrichtenlage.
Nel ASA will „neue Maßstäbe“ setzen
Denn am Mittwoch hatte Nel ASA die Markteinführung eines Druckalkali-Elektrolyseuren gemeldet, der „neue Maßstäbe für Einfachheit und Kosteneffizienz in der erneuerbaren Wasserstoffproduktion“ setzen soll. Projekte zur Erzeugung von erneuerbarem Wasserstoff seien bislang komplex und kostspielig und erforderten oft umfangreiche individuelle Anpassungen, lange Projektlaufzeiten und hohe Vorabinvestitionen, wie es hieß. Das soll sich ab sofort ändern:
- „Nel ASA gibt heute die Markteinführung seines Druckalkali-Elektrolyseursystems der nächsten Generation bekannt“, hieß es am Mittwoch
- „Diese neue Technologieplattform vereinfacht die Wasserstoffproduktion und verbessert gleichzeitig Kosten, Effizienz und Skalierbarkeit deutlich“
Nel-Aktie knickte nach Zahlen zunächst ein
Tatsächlich hatte Nel den Start der neuen Technologieplattform bereits im Rahmen des Quartalsberichts am 22. April für den 6. Mai angekündigt. Doch wie jetzt blieb auch damals eine positive Reaktion an den Börsen aus, vielmehr fiel die Nel-Aktie von zuvor 0,23 Euro auf 0,20 Euro zurück. Dies allerdings war wohl vor allem dem enttäuschenden Ergebnis geschuldet. Vor allem der Auftragseingang bereitete Sorgen: Dieser belief sich im Berichtsquartal auf 85 Mio. NOK, was einem Rückgang um 73 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal entspricht.
Einen Tag später allerdings hatte das Unternehmen einen Auftrag vermeldet: Nel Hydrogen US habe einen Kaufauftrag für PEM-Elektrolyseanlagen im Wert von rund 7 Millionen US-Dollar erhalten, hieß es am 23. April. Die Elektrolyseanlagen werden demnach zur Wasserstoffproduktion bei einem öffentlichen Versorgungsunternehmen in den USA eingesetzt. Bereits am 17. April hatte Nel eine ebenfalls 7 Millionen Dollar schwere Bestellung aus Europa gemeldet.
Massiver Kursanstieg – ohne neue Nachricht
Über die Marke von 0,24 Euro aber war die Aktie von Nel ASA bis zum 29. April dennoch nie hinausgekommen. Der wundersame Aufstieg vollzog sich ohne jede Nachricht in den Tagen danach – um dann am 5. Mai ihren Höhepunkt bei besagten 0,33 Euro zu erreichen, zugleich ein neues 12-Monats-Hoch. Seitdem haben die Papiere also wieder deutlich nachgegeben, allem Optimismus des Managements über die neue Technologie zum Trotz.
Wasserstoffproduktion soll billiger werden
Nach mehr als acht Jahren Entwicklung und erfolgreichen Prototypentests im Großmaßstab am Nel-Standort Herøya in Norwegen sei das Druckalkali-Elektrolyseursystem nun bereit für den kommerziellen Einsatz, hieß es. Die Lösung setze „einen neuen Kostenmaßstab“ für großtechnische Elektrolyseanlagen, insbesondere da viele Industrieprojekte Systemkosten von zum Teil mehr als 3.000 US-Dollar pro kW aufwiesen. „Mit diesem System ermöglicht Nel schlüsselfertige Komplettlösungen zu geschätzten Kosten von unter 1.450 US-Dollar pro kW für eine 25-MW-Anlage“, so das Versprechen. Bei größeren Anlagen seien weitere Kostensynergien zu erwarten.
- Damit revolutioniere Nel ASA die Kostenstruktur der industriellen Produktion von grünem Wasserstoff, so das Versprechen
- Die Schätzungen basieren laut Mittelung auf Wasserstoff mit einem Druck von 30 bar und einer Reinheit von 99,99 Prozent
„Wir haben diese Plattform für Standardisierung und industrielle Skalierung entwickelt“, versicherte Marius Løken, Chief Technology Officer von Nel ASA. Der Betrieb unter Druck in Kombination mit einem modularen, werkseitig gefertigten Design reduziere die Komplexität und verbessere die Effizienz. „Dadurch eignet sich das System hervorragend für den wiederholten Einsatz in großem Maßstab“, so der CTO. Auch mit potenziellen Kunden sei man längst im Gespräch.
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