Nel ASA muss einen empfindlichen Rückschlag von der Analystenseite verkraften. JPMorgan senkte das Kursziel für die norwegische Wasserstoff-Firma am Mittwoch vor einer Woche von 2,90 auf 1,80 norwegische Kronen und beließ die Einstufung bei „Neutral“. Die Bank reagierte damit auf die durchwachsene Geschäftslage des Unternehmens, das trotz eines kräftigen Auftragsschubs weiterhin tief in den roten Zahlen steckt.
Auftragseingang boomt, Umsatz schrumpft
Der Widerspruch, den JPMorgan in ihrer Bewertung offenbar einpreist, zeigt sich deutlich in den zuletzt vorgelegten Zahlen für das zweite Quartal. Der Umsatz aus Kundenverträgen fiel um 12 Prozent auf 153 Millionen norwegische Kronen.
Gleichzeitig sprang der Auftragseingang um 224 Prozent auf 230 Millionen Kronen nach oben, der Auftragsbestand kletterte auf 1,213 Milliarden Kronen. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag bei minus 155 Millionen Kronen, unter dem Strich blieb ein Nettoverlust von 189 Millionen Kronen.
Nel ASA führte den Auftragsschub unter anderem auf den im Mai gestarteten druckbeaufschlagten Alkaline-Serienelektrolyseur zurück. Der Auftragseingang im PEM-Segment belief sich separaten Angaben zufolge auf 221 Millionen Kronen.
Für Anleger bleibt die Kernfrage, ob sich das Momentum bei den Bestellungen in absehbarer Zeit in Umsatz und Ergebnis übersetzt – oder ob die Investitionszurückhaltung in der Wasserstoffbranche die Erholung weiter verzögert.
Führungswechsel an der Spitze
Zur operativen Unsicherheit kommt ein personeller Umbau hinzu. Vorstandschef Håkon Volldal verlässt Nel ASA und wechselt zur Verpackungsfirma Elopak. Der Wechsel an der Konzernspitze fällt damit ausgerechnet in eine Phase, in der das Unternehmen den Auftragsschub in tragfähiges Wachstum ummünzen muss. Für Investoren bedeutet das zusätzliche Ungewissheit über die strategische Ausrichtung, während die Zahlen bereits gemischte Signale senden.
Kurs bleibt unter Druck
An der Börse spiegelt sich die skeptische Einschätzung der Analysten im Kursverlauf wider. Die Aktie notiert aktuell bei 0,2060 Euro und damit rund 43,64 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 0,3655 Euro, das im Mai markiert wurde. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 9,11 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass der scharfe Rückgang gegenüber dem Jahreshoch vor allem in den vergangenen Monaten erfolgte.
Die Kombination aus explodierendem Auftragseingang und schrumpfendem Umsatz macht Nel ASA derzeit zu einem schwer einzuschätzenden Fall. JPMorgans Kürzung des Kursziels signalisiert, dass die Bank den Auftragsschub allein nicht als Trendwende wertet, solange sich das nicht in belastbaren Umsatz- und Ergebniszahlen niederschlägt. Der bevorstehende Wechsel an der Unternehmensspitze dürfte diese Bewertung in den kommenden Monaten kaum erleichtern.
Nel ASA-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nel ASA-Analyse vom 12. August liefert die Antwort:
Die neusten Nel ASA-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nel ASA-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
