Analysten von RBC Capital Markets haben am Freitag ihr Kursziel für Nel ASA gesenkt, von zuvor höherem Niveau auf jetzt 3,00 norwegische Kronen. Die Einstufung „Sector Perform“ bleibt bestehen. Die Korrektur reiht sich in eine Serie skeptischer Stimmen zum norwegischen Wasserstoffkonzern ein und trifft die Aktie in einer ohnehin angeschlagenen Verfassung.
Der Kurs notiert aktuell bei 0,1922 Euro und büßt am heutigen Montag 1,9 Prozent ein. Auf Wochensicht steht ein Minus von 3,6 Prozent zu Buche, gegenüber dem 200-Tage-Durchschnitt liegt das Papier gut 10 Prozent zurück. Vom 52-Wochen-Hoch aus dem Mai trennen die Aktie mittlerweile 47 Prozent.
Führungswechsel wirft Schatten voraus
Parallel zur Kurszielsenkung sorgt eine personelle Entwicklung für Gesprächsstoff: Der Verpackungskonzern Elopak ASA gab am Montag vergangener Woche bekannt, Håkon Volldal werde spätestens zum 1. Januar 2027 neuer Vorstandschef.
Volldal ist derzeit noch Präsident und Chief Executive Officer von Nel ASA und hatte seinen Rückzug aus dem Wasserstoffunternehmen bereits im Juni angekündigt. Für Anleger bedeutet das: Nel steht ein Führungswechsel bevor, während das operative Geschäft ohnehin unter Druck steht. Wer die Nachfolge an der Spitze übernimmt, ist bislang nicht bekannt.
Die Ausgangslage für den künftigen CEO ist alles andere als komfortabel. Der Auftragsbestand von Nel lag zuletzt bei 1,21 Milliarden norwegischen Kronen und damit leicht unter dem Vorjahreswert, während die liquiden Mittel binnen eines Jahres von 1,93 auf 1,33 Milliarden Kronen geschrumpft sind.
Diese Zahlen stammen aus dem jüngsten Quartalsbericht und bilden den Hintergrund, vor dem sowohl JPMorgan als auch nun RBC ihre Erwartungen zurückgeschraubt haben.
Nächster Termin: Q3-Zahlen im Oktober
Einen konkreten Fixpunkt für Anleger lieferte Nel am Freitag selbst: Der Bericht zum dritten Quartal 2026 soll am 21. Oktober veröffentlicht werden. Bis dahin dürfte sich zeigen, ob sich der zuletzt gestiegene Auftragseingang in eine nachhaltige Trendwende übersetzen lässt oder ob die Schwäche aus dem zweiten Quartal anhält.
Technisch bleibt das Bild angespannt. Der Relative-Stärke-Index von 38,8 signalisiert eine Aktie im unteren Marktdrittel, ohne bereits überverkauft zu sein.
Der automatisierte Screener StockInvest.us stufte das Papier zwar als „Hold/Accumulate“ ein, verwies aber auf ein technisches Verkaufssignal vom 19. August nach einem Pivot-Hoch – ein Hinweis, der die kurzfristige Nervosität am Markt unterstreicht, ohne für sich genommen eine belastbare Anlageentscheidung zu tragen.
Für Anleger verdichten sich damit zwei Baustellen: eine noch ungeklärte Führungsfrage an der Konzernspitze und eine Analystengemeinde, die ihre Kursziele reihenweise nach unten korrigiert. Bis zur nächsten Zahlenvorlage im Oktober dürfte die Aktie damit ein Nachrichten- und damit auch ein Kurs-Nadelöhr bleiben.
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