Nel ASA Aktie: Q3-Bericht am 21. Oktober 2026

Nel ASA leitet offiziell die Nachfolgesuche für CEO Håkon Volldal ein. Der Auftragseingang wächst stark, während Umsatz und Liquidität rückläufig sind.

Auf einen Blick:
  • Aufsichtsrat beginnt CEO-Nachfolgeprozess
  • Auftragseingang steigt um 224 Prozent
  • Neue Elektrolyse-Plattform senkt Investitionskosten
  • Q3-Zahlen für Oktober angekündigt

Nel ASA hat am Montag den offiziellen Startschuss für die Suche nach einem neuen Vorstandschef gegeben. Der Aufsichtsrat des norwegischen Wasserstoffkonzerns teilte mit, den Nachfolgeprozess mit Unterstützung einer renommierten Personalberatung eingeleitet zu haben. Håkon Volldal, der im Juni seinen Rücktritt angekündigt hatte, bleibt bis Jahresende im Amt.

Die formelle Ausschreibung markiert den nächsten Schritt in einem Übergang, der seit Wochen die Nachrichtenlage rund um das Unternehmen prägt. Anders als bei der Ankündigung selbst gibt es nun einen strukturierten Zeitplan: Eine externe Suchfirma soll Kandidaten identifizieren, während Volldal das operative Geschäft bis zum Jahreswechsel weiterführt. Für Anleger ist das ein Signal, dass der Wechsel geordnet und nicht überstürzt vollzogen werden soll.

Auftragsbestand und neue Technologie als Lichtblicke

Operativ zeigt sich Nel derzeit in gemischtem Zustand. Der Auftragsbestand lag zum Ende des zweiten Quartals bei 1,21 Milliarden Kronen, wovon das PEM-Segment mit Protonenaustauschmembran-Technologie allein 990 Millionen Kronen beisteuerte. Der Auftragseingang war im zweiten Quartal um 224 Prozent auf 230 Millionen Kronen gesprungen, während der Umsatz im selben Zeitraum um 12 Prozent auf 153 Millionen Kronen zurückging.

Auf der Kostenseite setzt das Unternehmen Hoffnungen in die im Mai eingeführte PA-Series, eine druckbeaufschlagte alkalische Elektrolyse-Plattform. Nach Angaben des Managements soll sie die schlüsselfertigen Investitionskosten für eine 25-Megawatt-Anlage auf unter 1.450 US-Dollar pro Kilowatt drücken – deutlich unter den in der Branche oft überschrittenen 3.000 US-Dollar.

Gelingt das in der Praxis, könnte die Technologie ein wichtiger Hebel sein, um Kunden von Wasserstoffprojekten zu überzeugen, die derzeit vielerorts auf Eis liegen.

Finanziell bleibt die Lage angespannt. Die liquiden Mittel sanken zum Quartalsende auf 1,33 Milliarden Kronen, nach 1,93 Milliarden Kronen im Vorjahreszeitraum.

Analysten haben ihre Gewinnschätzungen für das laufende Jahr dennoch leicht angehoben: Der Konsens für den Verlust je Aktie 2026 verbesserte sich von minus 0,24 auf minus 0,23 Kronen, für 2025 von minus 0,29 auf minus 0,27 Kronen.

Kurs bleibt unter Druck, Blick richtet sich auf Q3-Zahlen

An der Börse zeigt sich das Wertpapier zuletzt uneinheitlich. Der Kurs notiert mit 0,1956 Euro rund 46 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 0,3655 Euro, das im Mai erreicht wurde, während der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt bei 8,6 Prozent im Minus liegt.

Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 3,6 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass die jüngste Schwäche vor allem die vergangenen Wochen betrifft.

Die Neubesetzung der Chefposition dürfte in den kommenden Monaten zum bestimmenden Thema für die Aktie werden, parallel zur Frage, ob sich der starke Auftragseingang in den kommenden Quartalen in Umsatz übersetzen lässt. Der nächste konkrete Stimmungstest folgt mit dem Zwischenbericht zum dritten Quartal 2026, den Nel für den 21. Oktober angekündigt hat.

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