Nel ASA Aktie: Iwatani-Vergleich kostet 70 Millionen Kronen

Nel ASA verbucht durch einen Vergleich einen höheren Nettoverlust, während neue US-Importzölle die Kosten für Elektrolyseure erhöhen könnten.

Auf einen Blick:
  • Vergleich kostet Nel 7,5 Millionen Dollar
  • Nettoverlust steigt auf 189 Millionen Kronen
  • Auftragseingang im PEM-Segment explodiert
  • Neue US-Zölle belasten die Branche

Ein Rechtsstreit kostet Nel ASA 70 Millionen Norwegische Kronen. Neue US-Importzölle könnten die Kosten für Elektrolyseure zusätzlich in die Höhe treiben. Trotzdem legt die Aktie am Montag leicht zu.

Vergleich mit Iwatani reißt Loch in die Bilanz

Nel ASA hat sich mit der Iwatani Corporation of America über Wasserstoff-Betankungsanlagen in Kalifornien geeinigt. Der Vergleich kostet das Unternehmen umgerechnet rund 7,5 Millionen US-Dollar. Diese Summe ist der Hauptgrund für den ausgeweiteten Verlust im zweiten Quartal.

Der Nettoverlust stieg auf 189 Millionen Kronen, nach 131 Millionen im Vorjahresquartal. Je Aktie bedeutet das einen Verlust von 0,10 Kronen. Der Umsatz aus Kundenverträgen sank im gleichen Zeitraum um 12 Prozent auf 154 Millionen Kronen.

Auftragseingang explodiert im PEM-Segment

Trotz sinkender Umsätze gibt es einen Lichtblick: Der Auftragseingang schoss im Jahresvergleich um 224 Prozent auf 230 Millionen Kronen nach oben. Fast die gesamte Zunahme kommt aus einem einzigen Bereich.

Das PEM-Segment für Protonenaustauschmembran-Elektrolyseure steuerte 96 Prozent der neuen Aufträge bei. Nel ASA verfügt zum Quartalsende über eine Kassenposition von 1,3 Milliarden Kronen sowie einen Auftragsbestand von gut 1,2 Milliarden Kronen. Das Unternehmen treibt aktuell die kommerzielle Einführung seiner neuen druckbeaufschlagten Alkali-Plattform PA-Series voran, um langfristig wettbewerbsfähiger zu werden.

Neue US-Zölle setzen die Branche unter Druck

Am 24. Juli 2026 führte die US-Regierung neue Importzölle nach Section 301 des Trade Act von 1974 ein. Betroffen sind Waren aus 60 Volkswirtschaften, darunter die Europäische Union, mit Sätzen von 10 oder 12,5 Prozent. Begründet werden die Maßnahmen mit Bedenken zu Zwangsarbeit in globalen Lieferketten.

Für Nel ASA mit seinen internationalen Fertigungsnetzwerken bedeuten die Zölle ein mögliches Kostenrisiko für künftige Projekte. Investoren beobachten genau, wie stark sich das auf die Elektrolyseur-Produktion und den Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur in Nordamerika auswirkt.

Kurs bleibt weit unter altem Hoch

Die Nel-Aktie notiert aktuell bei 0,1984 Euro, ein Plus von 0,81 Prozent gegenüber dem Freitagsschluss. Vom 52-Wochen-Hoch aus dem Mai bei 0,3655 Euro trennen den Titel damit weiterhin fast 46 Prozent.

Das Unternehmen steht an zwei Fronten zugleich: Der Rechtsstreit mit Iwatani ist abgeschlossen, doch die Handelspolitik der USA bleibt eine offene Baustelle. Wie stark sich die neuen Zölle auf laufende und künftige Projekte in Nordamerika auswirken, dürfte sich erst in den kommenden Quartalen zeigen.

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