Nel ASA hat heute den Termin für die Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal 2026 bekanntgegeben: Der Wasserstoffkonzern wird seinen Zwischenbericht am 21. Oktober veröffentlichen. Die Terminankündigung fällt in eine Phase, in der sich der Wettbewerbsdruck im skandinavischen Wasserstoffsektor spürbar verschärft.
Konkurrenz drängt mit prallem Auftragsbuch
Erst gestern legte der norwegische Konkurrent HydrogenPro ASA seine Zahlen zum zweiten Quartal 2026 vor und verwies dabei auf eine Pipeline potenzieller Aufträge von 300 Millionen Kronen. Für Nel ist das eine unbequeme Erinnerung daran, dass der Markt für Elektrolyseur-Technik hart umkämpft bleibt, während das eigene Unternehmen zuletzt mit rückläufigen Umsätzen zu kämpfen hatte.
Die Aktie von Nel notiert am Freitag bei 0,1960 Euro und damit 46 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 0,3655 Euro, das im Mai erreicht wurde. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 0,2049 Euro fehlen dem Papier derzeit 4,3 Prozent, was auf eine anhaltend schwache kurzfristige Tendenz hindeutet. Auf Sicht von sieben Handelstagen verlor die Aktie 3,2 Prozent.
Herøya-Ausbau als strategischer Anker
Trotz der angespannten Wettbewerbslage hält Nel an seinem Kapazitätsausbau fest. Das Unternehmen bekräftigte kürzlich seinen Plan, die Produktionskapazität am Standort Herøya bis Ende 2026 auf 500 Megawatt zu erhöhen und diese im Jahr 2027 nochmals zu verdoppeln.
Zentral für diese Strategie ist die neue PA-Serie, eine druckbeaufschlagte alkalische Elektrolyseur-Plattform, mit der Nel die Kosten für schlüsselfertige 25-Megawatt-Anlagen auf unter 1.450 US-Dollar pro Kilowatt drücken will.
Ein Teil der Industrialisierungskosten für diese Plattform wird durch einen Zuschuss aus dem EU-Innovationsfonds in Höhe von 135 Millionen Euro gedeckt, den Nel schon länger für sich nutzt.
Diese technologische Weiterentwicklung soll die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Anbietern wie HydrogenPro stärken. Ob das gelingt, dürfte sich erst in den kommenden Quartalen zeigen – der Auftragseingang von Nel legte im zweiten Quartal zwar auf 230 Millionen Kronen zu, der Gesamtauftragsbestand von 1,21 Milliarden Kronen lag aber weiterhin leicht unter dem Vorjahresniveau.
Belastungsfaktoren bleiben im Blick
Der Rechtsstreit mit Iwatani Corporation of America, der vor einigen Monaten mit einer Zahlung von 70 Millionen Kronen beigelegt wurde, belastete die Ergebnisse des zweiten Quartals spürbar. Zusammen mit dem operativen Verlust auf EBITDA-Basis von 155 Millionen Kronen zeichnet sich ein Bild eines Unternehmens ab, das trotz technologischer Fortschritte finanziell noch nicht auf tragfähigem Grund steht.
Für Anleger bleibt der Q3-Bericht am 21. Oktober damit der entscheidende Prüfstein: Erst dann wird sich zeigen, ob der gestiegene Auftragseingang und der fortschreitende Kapazitätsausbau in Herøya die Wende einleiten – oder ob der Wettbewerbsdruck aus dem eigenen Land, wie ihn HydrogenPro demonstriert, Nel weiter unter Druck setzt.
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