Nel ASA navigiert zwischen zwei Erzählungen. Auf der einen Seite meldet der norwegische Elektrolyseur-Hersteller einen kräftigen Sprung beim Auftragseingang, auf der anderen Seite schrumpfen Umsatz und Barreserven im zweiten Quartal 2026 deutlich. Die Aktie notiert am Mittwoch bei 0,1952 Euro und verliert 1,51 Prozent – sie handelt damit rund 14,01 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt, ein Zeichen für den anhaltenden Abwärtstrend der vergangenen Wochen.
Q2-Zahlen zeigen operativen Druck
Nel ASA wies für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz aus Kundenverträgen von 153 Millionen norwegischen Kronen aus – ein Rückgang von 12 Prozent gegenüber den 174 Millionen Kronen im Vorjahresquartal. Das EBITDA fiel mit minus 155 Millionen Kronen negativ aus. Belastet wurde das Ergebnis zusätzlich durch einen Rechtsvergleich mit Iwatani Corporation of America, der mit 70 Millionen Kronen zu Buche schlug. Die Barmittel des Unternehmens sanken zum Quartalsende auf 1,328 Milliarden Kronen, nach 1,928 Milliarden Kronen im Vorjahr.
Dem stehen positive Signale bei der Auftragslage gegenüber. Der Auftragsbestand kletterte zum Ende des zweiten Quartals auf 1,213 Milliarden Kronen, ein Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Der Auftragseingang im zweiten Quartal erreichte 230 Millionen Kronen und lag damit 224 Prozent über dem Vergleichswert aus 2025 – getrieben vor allem durch die Nachfrage nach PEM-Elektrolyseuren. Diese Dynamik bestätigte sich zuletzt konkret: Der Partner H2 Energy erteilte Nel Hydrogen US eine feste Bestellung für ein containerisiertes 2,5-Megawatt-PEM-Elektrolysesystem des Typs MC500, das im schweizerischen Buchs zum Einsatz kommen soll.
Analysten bleiben skeptisch
Am Montag bekräftigte Jefferies seine Einstufung „Neutral“ für die Nel-Aktie – trotz der jüngsten operativen Fortschritte beim Auftragseingang bleibt das Analysehaus vorsichtig. Diese Zurückhaltung spiegelt sich im breiteren Konsensbild: Unter 13 Analysten setzte sich zuletzt eine Verteilung von null Kauf-, sechs Halte- und sieben Verkaufsempfehlungen durch, das durchschnittliche Zwölfmonatsziel lag bei 2,11 norwegischen Kronen.
Auch die Gewinnschätzungen bewegen sich in die falsche Richtung. Die Konsensschätzung für den Verlust je Aktie im Geschäftsjahr 2026 wurde nach unten revidiert, von minus 0,257 auf minus 0,29 norwegische Kronen – ein Abschlag von 13 Prozent. Für das Gesamtjahr 2026 rechnen Analysten inzwischen mit einem Verlust von 0,319 norwegischen Kronen pro Aktie. Die zunehmend pessimistischeren Schätzungen decken sich mit dem Bild, das die Kennzahlen aus dem zweiten Quartal zeichnen: steigende Aufträge bei gleichzeitig schrumpfenden Margen und schwindender Liquidität.
Führungswechsel ohne festen Termin
Zur operativen Unsicherheit gesellt sich eine personelle. CEO Håkon Volldal erklärte im Juni seinen Rücktritt mit Wirkung zum 15. Juni 2026, bleibt jedoch während einer sechsmonatigen Kündigungsfrist im Amt, während der Verwaltungsrat nach einem Nachfolger sucht. Bis ein neuer Chef feststeht, dürfte die strategische Ausrichtung des Unternehmens in der Schwebe bleiben.
Anleger richten den Blick nun auf den 21. Oktober, wenn Nel ASA die Zahlen zum dritten Quartal 2026 vorlegt. Dann wird sich zeigen, ob sich der starke Auftragstrend aus dem zweiten Quartal fortsetzt und ob die margenbelastenden Sondereffekte wie der Iwatani-Vergleich tatsächlich einmaliger Natur waren.
Nel ASA-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nel ASA-Analyse vom 05. August liefert die Antwort:
Die neusten Nel ASA-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nel ASA-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 05. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
