Liebe Leserin, lieber Leser,
was waren die Hoffnungen wieder groß, als Nel ASA am Freitag von einem Auftrag über PEM-Elektrolyseuranlagen im Wert von rund 7 Millionen US-Dollar für ein europäisches Projekt berichtete. Ausgehend von 0,20 Euro schoben sich die Papiere des norwegischen Wasserstoff-Spezialisten auf bis zu 0,24 Euro am Dienstag. Am Mittwoch allerdings sind all die Träume bereits wieder geplatzt: Nel veröffentlichte die Zahlen aus dem ersten Quartal 2026 – und enttäuschte auf ganzer Linie. Der Aktienkurs fiel zweitstellig zurück auf wieder 0,20 Euro.
Auftragseingang bei Nel ASA eingebrochen
Maßgeblich für den erneuten Absturz von Nel ASA an der Börse war zweifellos der Auftragseingang im ersten Jahresviertel. Dieser betrug nur noch 85 Millionen Norwegische Kronen (NOK), ein Einbruch um 73 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal (Q1 2025: 312 Mio. NOK). Der Auftragsbestand lag zum Quartalsende bei 1.113 Mio. NOK, auch das ein Minus von 24 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2025 und 16 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Zum Quartalsende belief sich der Auftragsbestand auf 1.113 Mio. NOK, ein Rückgang von 24 Prozent im Jahresvergleich.
Nel ASA meldete für das erste Quartal derweil einen Umsatz aus Kundenverträgen in Höhe von 148 Millionen NOK, ein Rückgang um 5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Gesamtumsatz belief sich auf 152 Millionen NOK (Q1 2025: 175 Millionen NOK), das EBITDA lag im Quartal bei -100 Millionen NOK, immerhin eine Verbesserung um 15 Millionen NOK gegenüber dem Vorjahresquartal. Doch auch das Kapital schwindet:
- Der Kassenbestand von Nel betrug zum Quartalsende demnach 1.443 Mio. NOK (Q1 2025: 2.059 Mio. NOK)
- Das Unternehmen wies einen nach eigenen Angaben „soliden Kassenbestand“ von rund 1,4 Mrd. NOK aus
Nel-Chef mit Durchhalteparolen
„Das erste Quartal des Jahres verlief hinsichtlich des Auftragseingangs eher ruhig, doch die Dynamik im Bereich PEM hält an“, versuchte Håkon Volldal, CEO und Präsident von Nel ASA, zu beschwichtigen. Er verwies auf den 7-Millionen-Dollar-Auftrag und erwarte weitere Aufträge bis zum Ende des ersten Halbjahres. „Angesichts der jüngsten Volatilität am Energiemarkt gewinnen neue Märkte und Anwendungsbereiche zunehmend an Bedeutung“, glaubt der Nel-Chef.
Es sei „wohl unbestritten, dass wir unser Energiesystem neu überdenken müssen“, so Volldal. Ein stärkerer Fokus auf Resilienz und Versorgungssicherheit dürfte sich seiner Meinung nach „positiv auf die Elektrolyseurbranche auswirken, da erneuerbarer Wasserstoff lokal und in der Nähe der Endverbraucher produziert werden kann“.
Alle Schätzungen der Analysten weit verfehlt
Die Märkte beruhigte all das nicht: Nel ASA habe für das abgelaufene Jahresviertel ein EPS von -0,08 NOK ausgewiesen, heißt es bei finanzen.net. „Damit verfehlte der Konzern die durchschnittlichen Schätzungen der Analysten, die im Vorfeld bei -0,058 NOK gelegen hatten.“ Im Vorjahresquartal hatte das Minus allerdings noch bei -0,100 NOK je Aktie gelegen.
Auf der Umsatzseite war die Enttäuschung ebenfalls groß: 148 Millionen Norwegischen Kronen lagen weit unter den Prognosen der Analysten. Diese beliefen sich dem Bericht zufolge im Schnitt auf 193,8 Millionen NOK, was einem erwarteten Plus von 24,78 Prozent entsprochen hätte. Daraus wurde nichts.
Nel ASA setzt auf neue Technologieplattform
Nel ASA vertraut derweil auf die nahe Zukunft: Eine neue Technologieplattform, ein nach eigenen Angaben bahnbrechendes, druckbeaufschlagtes alkalisches System, werde am 6. Mai eingeführt und kommerzialisiert, verspricht CEO Volldal. Man befinde sich bereits in engem Austausch mit mehreren Kunden bezüglich der Geräteauslieferung.
- Die Plattform stelle „einen Quantensprung für Nel dar und wird voraussichtlich neue Maßstäbe für die Leistungsfähigkeit von Elektrolyseuren setzen“
- Was bei den Anlegern die argen Zweifel nicht ausräumen konnte, war möglicherweise das Wörtchen „voraussichtlich“
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