Nel ASA hat den Finanzkalender für die Geschäftsjahre 2026 und 2027 veröffentlicht. Darin bestätigt das norwegische Wasserstoff-Unternehmen den 21. Oktober 2026 als Termin für die Vorlage der Q3-Zahlen. Der Termin war zuvor bereits angekündigt worden, nun liegt er als Teil eines offiziellen Kalenders vor und schafft damit einen verlässlichen Orientierungspunkt für Anleger in einem Umfeld, das zuletzt wenig Klarheit bot.
Cavendish als eigenständiger Gradmesser
Während Nel selbst auf den Herbst-Termin verweist, liefert die frühere Tankstellen-Sparte Cavendish Hydrogen ASA bereits konkrete Zahlen. Für das zweite Quartal 2026 meldete das aus Nel ausgegliederte Unternehmen einen Umsatz von 4,4 Millionen Euro bei einem bereinigten EBITDA von minus 2,1 Millionen Euro.
Zugleich sicherte sich Cavendish einen neuen Auftrag für eine Wasserstofftankstelle in Luxemburg, gemeinsam mit dem Partner Mesure Process. Die Zahlen zeigen: Auch nach der Abspaltung bleibt das Segment defizitär, gewinnt aber operativ an Kontur, was für die Bewertung der verbliebenen Nel-Kernaktivitäten relevant bleibt.
Produktionsausbau in Herøya schreitet voran
Parallel dazu treibt Nel den Ausbau seiner Elektrolyseur-Produktion in Herøya voran. Die Anlage für druckbeaufschlagte alkalische Elektrolyseure wird derzeit auf eine Jahreskapazität von 1 Gigawatt hochgefahren, mit dem strategischen Ziel, bis 2030 eine Kapazität von 4 Gigawatt pro Jahr zu erreichen.
Dieser Ausbau ist die operative Grundlage, an der sich der künftige Auftragseingang und damit auch die Erwartungen für den Q3-Bericht messen lassen werden.
Kursbild bleibt angeschlagen
Der Aktienkurs spiegelt die verhaltene Stimmung wider. Am Freitag schloss das Papier bei 0,1934 Euro, ein Minus von 0,6 Prozent auf Tagesbasis. Damit notiert die Aktie rund 47 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 0,3655 Euro, das im Mai erreicht wurde.
Der jüngste automatisierte Quant-Score eines US-Analysehauses stufte die Aktie zudem als „Strong Sell Candidate“ ein – eine algorithmische Einordnung, die als Stimmungsindikator taugt, aber keine fundamentale Analystenmeinung ersetzt.
Ausblick auf den Herbst
Der Blick der Anleger richtet sich damit klar auf den 21. Oktober. Erst die Q3-Zahlen werden zeigen, ob der Kapazitätsausbau in Herøya bereits Wirkung auf Auftragseingang und Umsatz zeigt und ob Cavendish als eigenständige Einheit näher an die Profitabilität heranrückt.
Bis dahin dürfte der Kurs von der schwachen technischen Verfassung geprägt bleiben, die sich in einem Abstand von 9,6 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt und einem RSI von 41,3 ausdrückt – Werte, die auf anhaltenden Verkaufsdruck ohne akute Überverkauft-Situation hindeuten.
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