Nel ASA Aktie: Baader senkt auf Add

Symbolbild, KI-generiert

Der Auftragseingang legte zu, während Umsatz und Ergebnis schwach blieben; AlphaValue/Baader Europe reduzierte Kursziel und Einstufung.

Auf einen Blick:
  • AlphaValue/Baader Europe senkt Kursziel
  • Quartalsumsatz fällt um 63 Prozent
  • Auftragseingang steigt um 339 Prozent
  • US-Auftrag über rund 12 Millionen USD

AlphaValue/Baader Europe hat die Einschätzung für Nel ASA am 16. Oktober von „Buy“ auf „Add“ gesenkt. Medienberichten zufolge fiel das Kursziel zugleich von 3,82 NOK auf 2,38 NOK. Damit steht dem stärkeren Auftragseingang eine vorsichtigere Analystenbewertung gegenüber: Neue Bestellungen verbessern die Perspektive, beseitigen aber nicht die Schwäche im laufenden Geschäft.

Niedrigeres Kursziel trotz besserer Bestellungen

Die Herabstufung ist keine Verkaufsempfehlung. Mit „Add“ bleibt die Einstufung grundsätzlich positiv, fällt aber zurückhaltender aus als das vorherige Kaufvotum. Die deutliche Kürzung des Kursziels unterstreicht diese veränderte Bewertung.

Die im Oktober veröffentlichten Zahlen für das dritte Quartal 2026 erklären das Spannungsfeld. Der Umsatz aus Kundenverträgen sank gegenüber dem Vorjahr um 63% auf 112 Millionen NOK.

Für Anleger ist dabei die Trennung zwischen Umsatzentwicklung und neuen Bestellungen entscheidend. Ein höherer Auftragseingang bedeutet noch keine entsprechende Verbesserung der ausgewiesenen Erlöse. Nel meldete eine stärkere Bestelltätigkeit im PEM-Bereich, zugleich aber geringere Aktivität im Alkaline-Geschäft.

Auch auf der Ergebnisseite blieb die Belastung deutlich. Das EBITDA lag bei minus 93 Millionen NOK, der Nettoverlust bei 141 Millionen NOK. Zum Quartalsende verfügte Nel über liquide Mittel von 1.078 Millionen NOK.

Aufträge stützen die Perspektive

Dem schwachen Geschäft stehen bessere Bestellzahlen gegenüber. Der Auftragseingang der Gruppe stieg um 339% auf 253 Millionen NOK. Der Auftragsbestand erreichte 1.314 Millionen NOK.

Diese Entwicklung liefert ein Gegengewicht zum Umsatzrückgang. Sie rechtfertigt allerdings nicht, die operative Schwäche bereits als überwunden anzusehen. Die Zahlen zeigen vielmehr unterschiedliche Entwicklungen: Während neue Bestellungen zulegten, blieben Umsatz und Ergebnis unter Druck.

Ein konkreter Baustein ist der am 13. Oktober gemeldete Auftrag für Nel Hydrogen US. Ein nicht genannter US-Technologiekonzern bestellte mehrere containerisierte PEM-Elektrolyseeinheiten samt zugehörigen Dienstleistungen. Das Volumen beträgt rund 12 Millionen USD; die Lieferung wird für 2027 erwartet.

Der Auftrag schafft damit eine geschäftliche Perspektive über das laufende Jahr hinaus. Er ist jedoch nicht mit bereits realisiertem Umsatz gleichzusetzen. Diese zeitliche Trennung ist für die Einordnung der Bestellmeldungen wesentlich.

Entscheidend ist die Umsetzung

Das gesenkte Analystenziel und die verbesserten Bestellungen widersprechen sich deshalb nicht zwingend. Sie richten den Blick auf unterschiedliche Seiten desselben Unternehmens: auf die Erholung der Nachfrage einerseits und die weiterhin schwache Ergebnislage andererseits.

Für die Anlageentscheidung zählt damit weniger die isolierte Höhe des Auftragseingangs. Ausschlaggebend ist, wie sich die Bestellungen künftig in Erlösen und Ergebnissen niederschlagen. Das vorsichtigere Analystenvotum setzt einen niedrigeren Bewertungsmaßstab, ohne die positiven Auftragssignale vollständig auszublenden.

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