Starke Marktprognosen, schwache Aufträge: Bei Nel prallen derzeit zwei sehr unterschiedliche Signale aufeinander. Der Wasserstoff-Spezialist sitzt in einem Markt, der langfristig deutlich wachsen soll. Im Tagesgeschäft zeigt sich aber, wie zäh der Hochlauf der Elektrolyse noch ist.
Großer Markt, harte Kostenfrage
Der globale Markt für grüne Wasserstoff-Elektrolyse in der industriellen Dekarbonisierung soll bis 2032 auf mehr als 35 Milliarden Dollar wachsen. Für Nel ist das strategisch relevant, weil das Unternehmen zu den wenigen reinen Elektrolyseur-Anbietern gehört und sowohl alkalische als auch PEM-Technologie anbietet.
Der entscheidende Punkt bleibt der Preis. Nel hat im Mai seine nächste Generation einer druckbetriebenen alkalischen Elektrolyseur-Plattform kommerziell gestartet. Sie soll große Wasserstoffprojekte einfacher machen und vor allem die Gesamtkosten drücken.
Für Anlagen der 25-Megawatt-Klasse peilt Nel schlüsselfertige Systemkosten von unter 1.450 Dollar je Kilowatt an. Das wäre ein wichtiger Schritt, weil hohe Investitionskosten viele Projekte bislang bremsen.
Die Industrialisierung in Herøya wird durch eine Förderung aus dem EU-Innovationsfonds unterstützt. Der Zuschuss kann bis zu 135 Millionen Euro betragen und bis zu 60 Prozent der förderfähigen Kosten abdecken.
Quartalszahlen bremsen die Story
Operativ bleibt das Bild deutlich nüchterner. Im ersten Quartal sank der Umsatz aus Kundenverträgen um 5 Prozent auf 148 Millionen norwegische Kronen. Das ist kein Einbruch, aber auch kein Beleg für eine beschleunigte Nachfrage.
Schwerer wiegt der Auftragseingang. Er fiel um 73 Prozent auf 85 Millionen norwegische Kronen. Genau dort liegt der Kernkonflikt: Der Markt soll wachsen, die aktuellen Bestellungen laufen dem noch hinterher.
Immerhin bleibt die Bilanz ein Puffer. Zum Quartalsende verfügte Nel über liquide Mittel von 1,443 Milliarden norwegischen Kronen. Das EBITDA verbesserte sich auf minus 100 Millionen norwegische Kronen, ein Fortschritt um 15 Millionen gegenüber dem Vorjahr.
Aktie läuft, Analysten zweifeln
An der Börse hat die Aktie zuletzt trotzdem Boden gutgemacht. In Euro notiert sie bei 0,28 Euro, am Freitag leicht im Minus mit 0,53 Prozent; seit Jahresbeginn steht ein Plus von 47,10 Prozent zu Buche. Das zeigt: Ein Teil der Zukunftshoffnung steckt bereits wieder im Kurs.
Analysten bleiben vorsichtig. Der Konsens liegt bei „Sell“, das durchschnittliche Kursziel beträgt 2,12 norwegische Kronen. Damit bleibt die professionelle Einschätzung deutlich skeptischer als die jüngste Kursdynamik.
Konkret zählt nun, ob Nel die neue Plattform in Herøya zügig industrialisiert und daraus wieder größere Aufträge gewinnt. Die Technologie liefert eine plausible Kostenerzählung. Der Auftragseingang muss sie noch bestätigen.
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