Bei Nel ASA ist es ruhiger geworden. Vor rund einem Monat sorgten Quartalszahlen und ein angekündigter Führungswechsel für Bewegung im Kurs des norwegischen Wasserstoff-Spezialisten. Seither hat sich das Papier kaum vom Fleck bewegt – gerade einmal 0,7 Prozent stehen seit damals zu Buche. Der Markt scheint die Nachrichten inzwischen verarbeitet zu haben, ohne dass neue Impulse hinzugekommen wären.
Kursbild bleibt uneinheitlich
Am heutigen Dienstag notiert die Aktie bei 0,2030 Euro und legt damit um 2,22 Prozent zu. Auf Sicht von 50 Handelstagen liegt das Papier allerdings noch 5,93 Prozent unter seinem gleitenden Durchschnitt – ein Hinweis darauf, dass sich der kurzfristige Trend erst allmählich stabilisiert.
Von seinem 52-Wochen-Tief aus Ende Februar hat sich der Kurs bereits um 17,27 Prozent entfernt, was für eine gewisse Bodenbildung spricht. Zum bisherigen Jahreshoch aus dem Mai fehlt jedoch weiterhin ein deutliches Stück.
Diese Seitwärtsbewegung fällt in eine Phase, in der Anleger die vergangenen Unternehmensnachrichten offenbar noch einordnen. Weder die Zahlen zum zweiten Quartal noch der angekündigte Wechsel an der Unternehmensspitze haben bislang für eine klare Richtungsentscheidung gesorgt.
Auftragseingang zieht deutlich an, Umsatz schwächelt
Die im Juli veröffentlichten Quartalszahlen zeichneten ein zweigeteiltes Bild. Die Umsatzerlöse aus Kundenverträgen sanken auf 153 Millionen norwegische Kronen und lagen damit 12 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahresquartals. Gleichzeitig sprang der Auftragseingang auf 230 Millionen Kronen – ein Plus von 224 Prozent gegenüber dem entsprechenden Quartal des Vorjahres.
Diese Diskrepanz zwischen rückläufigem Umsatz und kräftig gestiegenem Auftragseingang lässt sich als Signal für die kommenden Quartale lesen: Aufträge, die jetzt gebucht werden, schlagen sich erst zeitversetzt in den Erlösen nieder. Für Anleger bedeutet das zunächst Geduld, bevor sich der Effekt in den Bilanzzahlen niederschlägt.
Führungswechsel bleibt Thema im Hintergrund
Parallel zu den Quartalszahlen hatte Nel ASA im Juni den Rücktritt an der Unternehmensspitze bekanntgegeben. Konkrete operative Auswirkungen dieses Schritts sind bislang nicht erkennbar geworden, die Kursreaktion darauf fiel überschaubar aus.
Für die kommenden Wochen dürfte entscheidend sein, ob sich der starke Auftragseingang aus dem zweiten Quartal in konkreten Umsatzsteigerungen niederschlägt – und ob der neue Kurs an der Unternehmensspitze zusätzliche Impulse liefert. Bis dahin bewegt sich die Aktie in der beschriebenen Bandbreite zwischen ihrem 50-Tage-Durchschnitt und dem jüngsten Jahrestief.
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