Nel ASA Aktie: 0,21 Euro auf 200-Tage-Linie

Nel-Aktie steht ohne CEO bei charttechnischer Schlüsselzone. Halbjahreszahlen am 15. Juli könnten über Trend entscheiden.

Auf einen Blick:
  • Aktie notiert auf 200-Tage-Linie
  • CEO-Posten derzeit unbesetzt
  • Auftragseingang brach um 73 Prozent ein
  • Halbjahresbericht am 15. Juli erwartet

Ein Wasserstoff-Spezialist ohne Chef, mit einbrechenden Auftragsbüchern und einer Aktie am Scheideweg. Nel ASA notiert bei 0,21 Euro, exakt auf Höhe des 200-Tage-Durchschnitts. Für viele Marktteilnehmer ist das die letzte wichtige Haltelinie, bevor der Kurs weiter absacken könnte.

Charttechnik am Limit

Der Kurs des norwegischen Unternehmens hat in den vergangenen 30 Tagen fast 37 Prozent verloren. Der Relative-Stärke-Index steht bei 36,6 Punkten und nähert sich damit überverkauftem Terrain. Vom 52-Wochen-Hoch bei 0,37 Euro, erreicht Ende Mai, trennen die Aktie inzwischen mehr als 42 Prozent.

Hält die Marke von 0,21 Euro nicht, wird der Blick schnell auf das Jahrestief bei 0,17 Euro fallen, aufgestellt im Februar. Die annualisierte Volatilität der letzten 30 Tage liegt bei über 72 Prozent. Das zeigt, wie nervös der Markt die Aktie derzeit handelt.

Trotz allem steht Nel seit Jahresbeginn noch mit rund 10 Prozent im Plus. Der jüngste Abwärtstrend zeichnet allerdings ein anderes Bild als die Jahresbilanz.

Der Chefsessel bleibt leer

CEO Håkon Volldal hat das Unternehmen verlassen. Der Verwaltungsrat sucht nun einen Nachfolger. Die Vakanz trifft Nel zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Die gesamte Wasserstoffbranche steht unter Druck, Projekte konsequent umzusetzen und finale Investitionsentscheidungen tatsächlich zu treffen.

Halt gibt weiterhin der größte Aktionär. Samsung E&A hält 9,1 Prozent an Nel und bleibt damit fest an Bord. Der koreanische Konzern unterstützt zudem die technologische Neuausrichtung: Eine neue Elektrolyseur-Plattform soll die Produktionskosten auf unter 1.450 Dollar pro Kilowatt drücken.

Halbjahreszahlen als nächster Prüfstein

Am 15. Juli legt Nel seinen Halbjahresbericht vor. Die Zahlen dürften zeigen, ob sich der Auftragseinbruch aus dem ersten Quartal fortsetzt oder abschwächt. Im ersten Quartal war der Auftragseingang um 73 Prozent eingebrochen — ein Wert, der die aktuelle Kursschwäche mit erklärt.

Analysten rechnen für das zweite Quartal mit folgenden Eckdaten:

  • Umsatz: rund 191 Millionen norwegische Kronen
  • Verlust je Aktie: 0,053 Kronen, nach 0,070 Kronen im Vorquartal
  • Rechtsstreit: Die Einigung mit Iwatani brachte Nel eine Zahlung von 7,5 Millionen Dollar ein

Für das Gesamtjahr 2026 haben Analysten ihre Umsatzschätzung auf 805 Millionen Kronen gesenkt, deutlich unter den 963 Millionen Kronen des Vorjahres. Der Grund liegt vor allem in verzögerten Investitionsentscheidungen großer Wasserstoffprojekte branchenweit.

Der Bericht am 15. Juli dürfte zeigen, ob sich der Kurs an der 200-Tage-Linie stabilisiert oder ob das Jahrestief bei 0,17 Euro erneut zum Ziel wird. Bis dahin bleibt die Aktie ohne CEO und mit einem angeschlagenen Auftragsbuch ein Fall für Anleger mit starken Nerven.

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