479 Prozent Umsatzwachstum in einem Jahr. Das klingt nach einer Erfolgsstory. Nebius Group, der aus dem russischen Technologiekonzern Yandex hervorgegangene KI-Infrastrukturanbieter, hat in rund 18 Monaten seit seiner Neugründung Mitte 2024 einen Jahresumsatz von 530 Millionen Dollar aufgebaut. Deals mit Meta und Microsoft im Milliardenbereich. Ein GPU-Bestand, der sich laut Management in die Hunderttausende summiert. Und eine angestrebte Annual Revenue Run Rate von 6 bis 9 Milliarden Dollar bis Ende 2026. Beeindruckend? Ja. Aber die Margen erzählen eine andere Geschichte.
Was die Zahlen wirklich sagen
Das bereinigte Nettoeinkommen von Nebius, also jene Kennzahl, die das Management selbst als repräsentativ für die laufende Ertragskraft betrachtet, lag im vierten Quartal 2025 bei minus 173 Millionen Dollar. Das ist kein temporäres Phänomen einer Hochlaufphase. Zumindest hat das Management auf dem Earnings Call nicht klar kommuniziert, dass es sich so verhält. Im Gegenteil: Die Deals mit Meta und Microsoft wurden als weitgehend nicht zum Kerngeschäft gehörig bezeichnet. Das ist eine bemerkenswert nüchterne Selbsteinschätzung für Verträge, die den Großteil des bisherigen Wachstums treiben.
Die Mathematik dahinter ist simpel. Ein typischer GPU-Rechenknoten mit acht Chips kostet rund eine halbe Million Dollar. Bei einer Abschreibungsdauer von fünf Jahren ergibt das einen Mindestpreis von 100.000 Dollar pro Jahr, nur um die Hardware-Kosten zu decken. Installation, Kühlung, Netzwerk, Strom: alles noch nicht eingerechnet. Die Frage, die sich aufdrängt, ist demnach: Zu welchem Preis hat Nebius seine Rechenkapazität an Meta und Microsoft verkauft?
Das Kalkül hinter dem Verlust
Die naheliegende Erklärung ist, dass Nebius bewusst günstige Konditionen angeboten hat, um Hyperscaler als Ankerkunden zu gewinnen und damit die eigene Infrastruktur zu finanzieren. Das Ziel ist größer: Nebius will selbst ein vollwertiger Cloud-Anbieter werden, vergleichbar mit AWS, Google Cloud oder Azure. Dafür braucht man Rechenzentren weltweit, und die sind teuer. Die Hyperscaler-Deals decken einen Großteil der Baukosten, aber eben offenbar nicht genug, um profitabel zu sein.
Warum lassen sich Meta und Microsoft auf so ein Arrangement ein? Erstens herrscht schlicht GPU-Knappheit, und Nvidia hat ein Interesse daran, alternative Anbieter wie Nebius zu stärken, weil die großen Hyperscaler zunehmend eigene Chips entwickeln. Zweitens ist ein Preisabschlag schwer zu ignorieren, selbst wenn man damit einen potenziellen Wettbewerber aufbaut.
Solide Bilanz, aber auf wackligem Fundament
Nebius hat trotz allem eine für einen Infrastrukturbetreiber ungewöhnlich gesunde Bilanz. Rund 500 Millionen Dollar Nettoverschuldung bei 5,5 Milliarden Dollar an Sachanlagen. Deferred Revenue von 1,6 Milliarden Dollar, also Vorauszahlungen der Kunden, die die Baukosten mitfinanzieren. Geplante Investitionen von 16 bis 20 Milliarden Dollar, von denen laut Management bereits 60 Prozent der Finanzierung gesichert sind. Das ist solide. Aber es löst das Margenproblem nicht.
Wer auf Profitabilität auf Vertragsebene hofft, wartet bislang vergebens. Und solange das Management keine klare Antwort darauf liefert, wann und wie sich das ändern soll, ist Geduld die einzig vernünftige Haltung.
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