Nebius Group hat die private Platzierung seiner Wandelanleihe endgültig abgeschlossen. Nachdem die Konsortialbanken ihre Mehrzuteilungsoptionen vollständig ausgeübt hatten, wuchs das Volumen auf ein Gesamtnominale von 5,75 Milliarden Dollar.
Der finale Zuschnitt umfasst 3,45 Milliarden Dollar an Notes mit 0,50 Prozent Zins und Fälligkeit 2030 sowie 2,3 Milliarden Dollar mit 4,50 Prozent Zins und Fälligkeit 2034. Nebius will das Kapital in den Ausbau von Rechenzentren und die Weiterentwicklung seiner KI-Dienste stecken.
Der Weg dorthin verlief in mehreren Schritten. Ursprünglich hatte Nebius eine Platzierung über 4,5 Milliarden Dollar angekündigt, stockte diese vor gut zwei Wochen auf 5 Milliarden Dollar auf und erhöhte das Volumen nun ein weiteres Mal um 750 Millionen Dollar.
Reuters bezeichnete die Anleihe bereits bei der ersten Aufstockung als eine der größten Wandelanleihen-Platzierungen überhaupt und ordnete sie klar als Finanzierungsinstrument für den Kapazitätsausbau im KI-Infrastrukturgeschäft ein.
Kapitalbedarf trifft auf Wachstumsdynamik
Die schrittweise Aufstockung fällt zeitlich mit starken Geschäftszahlen zusammen. Nebius hatte vor rund zwei Wochen Quartalszahlen vorgelegt und dabei die Umsatzerwartungen übertroffen. Reuters berichtete, dass boomende Nachfrage nach KI-Infrastruktur dem Unternehmen größere Verträge und höhere Preise ermöglichte. Zugleich hob Nebius sein Stromkapazitätsziel für das laufende Jahr auf 5 Gigawatt an, zuvor waren es mehr als 4 Gigawatt gewesen.
Diese Kombination aus Wachstumstempo und milliardenschwerer Fremdkapitalaufnahme prägt seither die Wahrnehmung des Papiers an der Börse. Seit den Quartalszahlen hat die Aktie rund 24,5 Prozent verloren, auch wenn operativ vieles für das Geschäftsmodell spricht. Anleger wägen die aggressive Expansion gegen die damit verbundene Verschuldung ab.
Bewertung bleibt anspruchsvoll
Bank of America hatte am 13. August ihr Kaufvotum für Nebius bestätigt und das Kursziel von 280 auf 310 Dollar angehoben, wie CNBC berichtete. Die Einschätzung fiel unmittelbar nach den starken Quartalszahlen und noch vor der finalen Aufstockung der Wandelanleihe.
Am Markt zeigt sich die Aktie zuletzt schwankungsanfällig. Am Montag schloss das Papier bei 180,90 Euro, nach einem Tagesverlust von 3,6 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Minus von 16 Prozent zu Buche, während der Kurs seit Jahresbeginn immer noch ein Plus von 146 Prozent verzeichnet. Vom 52-Wochen-Hoch bei 261,00 Euro, erreicht am 22. Juni, trennen die Aktie derzeit 31 Prozent.
Die Wandelanleihe schafft Nebius frisches Kapital für den geplanten Kapazitätsausbau, verschiebt aber auch die Kapitalstruktur des Unternehmens spürbar in Richtung Fremdfinanzierung. Ob sich diese Wette auf weiter steigende Nachfrage nach KI-Rechenleistung auszahlt, dürfte sich an den kommenden Quartalszahlen entscheiden, wenn sich zeigen muss, ob die höheren Stromkapazitätsziele tatsächlich in zusätzliche Umsätze münden.
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