Nebius-Aktie: Neues Kopfzerbrechen!

Die Nebius-Aktie setzt ihren Abwärtstrend fort, nachdem Umsatz und Ergebnis die Erwartungen verfehlten. Trotz hoher Auftragsbestände und ambitionierter Ausbauziele bleibt der Markt skeptisch.

Auf einen Blick:
  • Umsatz und Ergebnis je Aktie verfehlen Analystenschätzungen
  • Ambitionierte Ausbaupläne und hohe Auftragsbestände
  • Meta und Microsoft als Großkunden mit Milliardenverträgen
  • Analystenmeinungen bleiben überwiegend positiv

Nebius kommt nach dem jüngsten Quartalsbericht nicht zur Ruhe. Nach einem deutlichen Rücksetzer am Freitag ging es heute in den frühen Handelsstunden weiter abwärts. Der Markt ringt dabei mit einem Widerspruch: Auf der einen Seite stehen hohe, vertraglich abgesicherte Nachfrage und ambitionierte Ausbaupläne, auf der anderen ein Ergebnis, das die Erwartungen klar verfehlte.

Kursrutsch nach Quartalszahlen

Am Freitag fiel die Aktie um 9% und schloss bei 97,92 US-Dollar. Auffällig: Das Handelsvolumen lag mit rund 17,2 Millionen Aktien etwa 24% über dem üblichen Tagesdurchschnitt von ungefähr 13,9 Millionen. Am Donnerstag zuvor hatte der Titel noch bei 107,61 US-Dollar geschlossen.

Heute notierte die Aktie im frühen Handel laut Robinhood bei rund 94,80 US-Dollar. Damit entfernt sie sich weiter vom 52-Wochen-Hoch bei 141,10 US-Dollar.

Auslöser der jüngsten Volatilität waren die Q4-Zahlen, die Nebius vor rund einer Woche vorgelegt hatte. Der Umsatz lag im vierten Quartal 2025 bei 227,7 Mio. US-Dollar und damit unter der Analystenschätzung von 246 Mio. US-Dollar – trotz eines kräftigen Wachstums von 547% gegenüber dem Vorjahr. Beim Ergebnis je Aktie meldete das Unternehmen -0,69 US-Dollar, erwartet worden waren -0,42 US-Dollar.

Ausblick und Kapazitäten: deutlich ambitionierter

Während die Quartalszahlen enttäuschten, fielen die vorwärtsgerichteten Kennzahlen aggressiver aus. Die aktive Rechenzentrumsleistung (Power Capacity) erreichte zum Jahresende 2025 rund 170 Megawatt – und lag damit klar über dem zuvor genannten Ziel von 100 MW. Zudem stieg der Annual Recurring Revenue (ARR) auf 1,25 Mrd. US-Dollar, ein Plus von 127% gegenüber dem Vorquartal.

Für 2026 bestätigte das Management seine Ziele: ein annualisierter Run-Rate-Umsatz von 7 bis 9 Mrd. US-Dollar zum Jahresende sowie eine Umsatzprognose von 3,0 bis 3,4 Mrd. US-Dollar für das Gesamtjahr. Außerdem hob Nebius die Prognose für vertraglich gesicherte Leistung („contracted power“) von über 2,5 Gigawatt auf mehr als 3 GW an.

Beim Ausbau der Infrastruktur plant Nebius, die Zahl der Rechenzentrums-Standorte von sieben Ende 2025 auf 16 bis Ende 2026 zu erhöhen. Die angeschlossene Leistung („connected power“) soll auf 800 MW bis 1 GW steigen – nach 170 MW zum Ende des vergangenen Jahres.

Meta und Großverträge stützen den Auftragsbestand

Zusätzliche Aufmerksamkeit bringt Metas Investitionsplan: Meta Platforms will 2026 zwischen 115 und 135 Mrd. US-Dollar an Investitionsausgaben tätigen, was am Mittelpunkt der Spanne etwa 74% über dem Vorjahr liegt. Meta kündigte zudem an, „Millionen“ von Nvidia-Blackwell- und Rubin-GPUs zu kaufen und diese über Nvidias Cloud-Partnernetzwerk bereitzustellen – Nebius ist Teil dieses Netzwerks.

Nebius zählt Meta bereits als Kunden: Im November 2025 soll ein Fünfjahresvertrag über 3 Mrd. US-Dollar vergeben worden sein. Zusätzlich besteht ein Fünfjahresabkommen mit Microsoft im Wert von mehr als 19 Mrd. US-Dollar. Zusammen ergibt das laut Berichtslage einen Auftragsbestand von über 20 Mrd. US-Dollar.

Was Analysten betonen – und wo der Haken bleibt

Trotz des Q4-Fehlers überwog zuletzt der positive Analystenton. Compass Point nahm die Beobachtung am 18. Februar mit „Buy“ und einem Kursziel von 150 US-Dollar auf. BWS Financial bestätigte einen Tag zuvor „Buy“ mit Ziel 130 US-Dollar. Insgesamt liegt das Konsensrating laut MarketBeat bei „Moderate Buy“ (11 Analysten), das durchschnittliche Kursziel bei 143,22 US-Dollar.

Gegenstimmen gibt es aber ebenfalls: Mindestens ein Haus bewertet die Aktie mit „Sell“. Und ein Punkt bleibt zentral, weil er die kurzfristige Bewertung stark beeinflusst: Nebius rechnet 2026 mit Investitionsausgaben (Capex) von 16 bis 20 Mrd. US-Dollar.

In den kommenden Monaten dürfte sich damit vor allem an einem Faktor entscheiden, wie der Markt die Story bewertet: wie schnell Nebius vertraglich zugesicherte Leistung in angeschlossene, umsatzwirksame Kapazität umwandelt – auch vor dem Hintergrund, dass neue Kapazitäten laut Einordnung erst spät im vierten Quartal ans Netz gingen und damit nur ein enges Zeitfenster für Umsatzbeiträge hatten.

Nebius Group (ex Yandex)-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nebius Group (ex Yandex)-Analyse vom 24. Februar liefert die Antwort:

Die neusten Nebius Group (ex Yandex)-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nebius Group (ex Yandex)-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Nebius Group (ex Yandex): Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer

Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)