Nebius-Aktie erhält ordentlich Schwung!

Der KI-Infrastruktur-Anbieter Nebius erhält grünes Licht für ein 1,2-Gigawatt-Projekt in Missouri und meldet zugleich starkes Quartalswachstum. Die Aktie reagierte mit einem deutlichen Kursanstieg.

Auf einen Blick:
  • Stadtrat genehmigt größtes US-Projekt mit 1,2 GW
  • Quartalsumsatz verzeichnet enormes Plus von 547 Prozent
  • Erstmals positives bereinigtes Konzern-EBITDA erzielt
  • Auftragsbestand von über 20 Milliarden Dollar gesichert

Der AI-Cloud-Infrastruktur-Anbieter Nebius Group hat die entscheidende Genehmigung für sein bisher größtes US-Projekt erhalten. Der Stadtrat von Independence, Missouri, erteilte grünes Licht für ein gigantisches AI-Rechenzentrum mit bis zu 1,2 Gigawatt Kapazität. Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung von über 12 Prozent.

Genehmigung für 1,2-GW-Campus

Am 3. März 2026 stimmte der Stadtrat dem Chapter-100-Industrieförderungsplan für das Projekt zu. Auf rund 400 Acres in der Nähe von Kansas City entsteht damit die größte US-Anlage des in Amsterdam ansässigen Unternehmens – groß genug, um Zehntausende Next-Gen-GPUs zu betreiben.

CEO Arkady Volozh betonte: „Independence wird unsere größte AI-Factory in den USA – aber nicht die letzte.“ Nebius ist bereits in der Region Kansas City aktiv und sieht die neue Anlage als Kern seiner langfristigen US-Expansion.

Das mehrgebäudige Projekt schafft rund 1.200 qualifizierte Bau-Jobs, überwiegend für lokale Gewerke, sowie etwa 130 dauerhafte High-Tech-Stellen im laufenden Betrieb. Die Anlage nutzt ein geschlossenes Kühlsystem, das den Wasserverbrauch auf Restaurant-Niveau hält, und kommt mit integrierten Lärmschutzmaßnahmen.

650 Millionen Dollar für die Stadt

Über die vereinbarten Ersatzzahlungen (PILOT) fließen der Stadt, den Schulbezirken und anderen Institutionen über 20 Jahre mehr als 650 Millionen Dollar zu. Der Anschluss an Independence Power & Light, das städtische Versorgungsunternehmen, ist so strukturiert, dass private Stromraten nicht steigen.

Die Stromversorgung soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 beginnen. Der vollständige Ausbau könnte bis 2029 dauern.

Nachfrage übersteigt Kapazität

Die Genehmigung folgt einem starken Q4-Bericht von Februar. Nebius meldete einen bereinigten Verlust von 68 Cents je Aktie – deutlich besser als die erwarteten 1,14 Dollar. Der Umsatz sprang auf 227,7 Millionen Dollar: ein Plus von 547 Prozent zum Vorjahr und 56 Prozent zum Vorquartal.

Das AI-Cloud-Geschäft wuchs um über 800 Prozent und machte 94 Prozent des Konzernumsatzes aus. Die Plattform lief auf Spitzenlast, die Nachfrage überstieg die verfügbare Kapazität. Der annualisierte Run-Rate-Umsatz erreichte Ende Dezember 1,25 Milliarden Dollar – über der Prognose von 900 Millionen bis 1,1 Milliarden und mehr als doppelt so hoch wie im dritten Quartal.

Erstmals erzielte Nebius ein positives bereinigtes Konzern-EBITDA von 15 Millionen Dollar.

Vom Start-up zum Hyperscaler

Das Unternehmen beendete 2025 mit rund 170 Megawatt aktiver Leistung, oberhalb des 100-MW-Ziels, und sicherte sich mehr als 2 Gigawatt vertraglich vereinbarte Kapazität. Bis Ende 2026 sollen es über 3 GW werden. Das Management peilt 7 bis 9 Milliarden Dollar Run-Rate-Umsatz für Jahresende 2026 an.

Mit der Missouri-Genehmigung verfügt Nebius nun über 1,2 GW Zugang in einem Markt, in dem Netzkapazität die größte Hürde darstellt. Das katapultiert das Unternehmen in die Hyperscale-Liga auf US-Boden und reduziert die Abhängigkeit von Europa.

Microsoft und Meta an Bord

Zu den Großkunden zählt Microsoft mit einem Fünfjahresvertrag über 19 Milliarden Dollar. Insgesamt hält Nebius einen Auftragsbestand von über 20 Milliarden Dollar, unter anderem von Meta und Microsoft. Die Zahl der Rechenzentrumsstandorte soll 2026 auf 16 steigen, nach sieben im Vorjahr.

Analysten bewerten die Aktie im Konsens mit „Moderate Buy“. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 154 Dollar – über 50 Prozent Potenzial gegenüber dem aktuellen Niveau. In den vergangenen zwölf Monaten hat sich der Kurs etwa verdreifacht.

Wachstum zu Lasten der Profitabilität

Nebius baut in einer Phase massiver AI-Nachfrage die nötige Infrastruktur auf. Die Missouri-Genehmigung senkt regulatorische Risiken und öffnet den Weg zu einem bedeutenden Anteil am AI-Infrastruktur-Markt. Der Q4-Bericht zeigte allerdings auch: Explosives Wachstum geht mit hohen Investitionen und ausgeweiteten Verlusten einher.

Mit Gigawatt-Kapazität im US-Mittleren Westen, wachsendem Kundenbestand und Rekord-Quartalsumsätzen hat sich Nebius als relevanter Akteur im globalen AI-Infrastruktur-Ausbau etabliert. Die Stromlieferung für Independence startet in der zweiten Jahreshälfte 2026.

Nebius Group (ex Yandex)-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nebius Group (ex Yandex)-Analyse vom 07. März liefert die Antwort:

Die neusten Nebius Group (ex Yandex)-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nebius Group (ex Yandex)-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 07. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Nebius Group (ex Yandex): Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer

Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)