Nebius Group hat seine Wachstumsziele für 2026 nach oben geschraubt. Wie Reuters berichtete, hob das Unternehmen sein Ziel für kontrahierte Stromkapazität von zuvor mehr als 4 Gigawatt auf 5 Gigawatt an. Zugleich bezifferte das Unternehmen seine Kundenverpflichtungen auf mehr als 40 Milliarden Dollar und rechnet in diesem Jahr mit Vorauszahlungen von Kunden über 9 Milliarden Dollar.
Umsatz übertrifft Erwartungen
Im zweiten Quartal 2026 erzielte Nebius einen Umsatz von 582,3 Millionen Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Analysten, wie Reuters meldete.
Das Management bekräftigte die Jahresprognose von 3 bis 3,4 Milliarden Dollar Umsatz, eine bereinigte EBITDA-Marge von rund 40 Prozent sowie Investitionsausgaben zwischen 20 und 25 Milliarden Dollar. Als Fernziel nannte das Unternehmen eine annualisierte Umsatzrate von 7 bis 9 Milliarden Dollar.
Besonders bemerkenswert: Laut Reuters vervierfachte sich der Wert der abgeschlossenen KI-Cloud-Verträge nahezu, vier einzelne Kontrakte liegen im Schnitt bei jeweils mehr als einer Milliarde Dollar. Das Management erklärte zudem, es könne die gesamte für 2027 geplante Kapazität bereits zu aktuellen Konditionen verkaufen – ein Hinweis darauf, dass die Nachfrage nach Rechenkapazität das Angebot des Unternehmens derzeit übersteigt.
Kursreaktion und Kontext
Die Börse reagierte deutlich: Nach den Zahlen und den angehobenen Kapazitätszielen sprang die Aktie laut Reuters um mehr als 20 Prozent nach oben. Am vergangenen Freitag schloss das Papier bei 239,70 Euro, ein Plus von 8,4 Prozent an diesem einzelnen Handelstag. Über die vergangenen sieben Tage summierte sich der Kursgewinn auf 47 Prozent.
Damit setzt Nebius eine Bewegung fort, die bereits vor der Berichtssaison begonnen hatte. Anfang August hatte das Unternehmen mit Lindsey Irvine eine neue Chief Marketing Officer berufen – ein personeller Schritt, der angesichts der operativen Dynamik in den Hintergrund trat, aber die organisatorische Aufstellung für die nächste Wachstumsphase unterstreicht.
Kapazitätsausbau als zentrale Wette
Die Anhebung des Stromziels auf 5 Gigawatt ist mehr als eine technische Fußnote. Sie signalisiert, dass Nebius seine Infrastruktur für KI-Rechenzentren deutlich schneller skaliert als noch vor wenigen Monaten geplant.
Die Kombination aus vervierfachtem Vertragswert, milliardenschweren Einzelabschlüssen und der Aussage, die komplette 2027er-Kapazität sei bereits verkaufbar, deutet auf eine Nachfragesituation hin, die dem Unternehmen erhebliche Preissetzungsmacht verschafft.
Für Anleger bleibt die zentrale Frage, ob sich dieses Tempo halten lässt, wenn die angekündigten Kapazitäten tatsächlich ans Netz gehen. Die bekräftigte Jahresprognose und die parallel angehobenen Kapazitätsziele sprechen dafür, dass das Management selbst von anhaltendem Rückenwind ausgeht – die Vorauszahlungen der Kunden in Milliardenhöhe liefern dafür bereits jetzt einen finanziellen Unterbau.
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