Nebius liefert genau die Art von Quartal, die KI-Aktien neu bewertet: Umsatzsprung, Margenwende, Nachfrage über Angebot. Trotzdem bremsen manche Analysten. Der Engpass liegt nicht bei den Kunden, sondern bei Strom, GPUs und Rechenzentren.
Analysten ziehen nach
Morgan Stanley hob das Kursziel für Nebius auf 144 Dollar an, nach zuvor 126 Dollar. Das Rating bleibt aber bei „Equal-weight“. Die Bank sieht bessere Umsetzung, höhere Preise und schnellere Kapazitätsfortschritte.
Ganz mitgehen will sie die Rally nicht. Ihr Modell zeigt eine enorme Spanne möglicher Bewertungen. Im optimistischen Szenario nennt Morgan Stanley 400 Dollar, falls Nebius bis 2030 mehr als 5 Gigawatt Leistung ans Netz bringt.
Goldman Sachs bleibt deutlich offensiver. Die Bank bestätigt ihre Kaufempfehlung und ein Kursziel von 205 Dollar. Sie verweist auf drei Treiber: mehr Kapazität, starke Preise und hohe Auslastung.
Quartal schlägt Erwartungen klar
Am 13. Mai meldete Nebius für das erste Quartal 399 Millionen Dollar Umsatz. Das entspricht einem Plus von 684 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für ein Cloud-Unternehmen ist das ein außergewöhnliches Tempo.
Auch die Profitabilität drehte kräftig. Das bereinigte EBITDA lag bei 129,5 Millionen Dollar, nach einem Verlust von 53,7 Millionen Dollar im Vorjahr. Damit hat Nebius nicht nur Wachstum geliefert, sondern auch operative Hebel gezeigt.
Der Kern bleibt das KI-Cloud-Geschäft. Dieser Bereich erzielte 389,7 Millionen Dollar Umsatz und kam damit auf rund 98 Prozent des Konzernumsatzes. Die Jahresrate beim Umsatz lag Ende März bei 1,92 Milliarden Dollar.
Die Marge macht den Bericht besonders relevant. Die bereinigte EBITDA-Marge stieg von etwa 23 auf 45 Prozent. Das Management peilt langfristig EBIT-Margen von 20 bis 30 Prozent an.
Kapazität wird zum Flaschenhals
Die Nachfrage läuft schneller als das Angebot. Genau das verschiebt die Debatte. Nebius muss nun beweisen, dass der Ausbau von Stromverträgen, Rechenzentren und GPU-Kapazität Schritt hält.
Die vertraglich gesicherte Leistung liegt bereits über 3,5 Gigawatt. Damit übertrifft Nebius das frühere Jahresziel von 3 Gigawatt. Bis Jahresende stellt das Unternehmen nun mehr als 4 Gigawatt in Aussicht.
Mehr als drei Viertel davon sollen eigene Kapazitäten sein. Das ist wichtig, weil eigene Infrastruktur mehr Kontrolle über Kosten und Auslastung bietet. Im dritten Quartal erwartet Nebius einen spürbaren Kapazitätsschub.
Der Kurssprung wurde wohl zusätzlich durch Leerverkäufer verstärkt. Die Aktie legte um mehr als 18 Prozent zu. Eine Short-Quote von über 20 Prozent des frei handelbaren Bestands kann in solchen Phasen Kaufdruck beschleunigen.
Auch strategisch baut Nebius aus. Die Akquisitionen von Tavily, Eigen AI und Clarifai stärken Suche, Inferenz-Plattformen und Orchestrierung. Damit will Nebius mehr bieten als reine Rechenleistung.
Im dritten Quartal richtet sich der Blick auf den Kapazitätsausbau. Gelingt der Hochlauf ohne größere Verzögerungen, bekommt das aggressive Bewertungsszenario neue Nahrung. Stockt der Ausbau, wirkt Morgan Stanleys Zurückhaltung schnell weniger vorsichtig als nüchtern.
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