Nebius Aktie: 40 Milliarden Dollar Kundenverträge sichern Finanzierung

Nebius sichert sich 775 Mio. Dollar Kredit ohne Aktienverwässerung. Analysten sehen Blaupause für weiteres Wachstumskapital.

Auf einen Blick:
  • Kredit über 775 Mio. Dollar gesichert
  • Keine Verwässerung für Aktionäre
  • Starkes institutionelles Interesse
  • Umsatzwachstum von 684 Prozent

Nebius Group hat sich eine erste besicherte Kreditfazilität über 775 Millionen Dollar gesichert – finanziert über bereits installierte GPU-Infrastruktur und vertraglich zugesicherte Cashflows von Kunden mit Investment-Grade-Rating. Die Fazilität läuft bis zum 31. Oktober 2030 und ist mit SOFR plus 2,50 Prozent bepreist. Nach der Ankündigung zog die Aktie um rund drei Prozent an.

Der Clou an der Konstruktion: Anders als bei früheren Wandelanleihen verwässert diese Finanzierung die bestehenden Aktionäre nicht. Die vertraglichen Zahlungsströme der Kunden decken nach Unternehmensangaben mehr als 100 Prozent der nötigen Investitionen in den GPU-Ausbau ab. Nebius verweist zudem auf mehr als 40 Milliarden Dollar an zusätzlichen vertraglich gesicherten Einnahmen von Investment-Grade-Kunden, darunter Microsoft und Meta. Analysten werten das Modell als möglichen Blaupausen-Ansatz für weiteres nicht-verwässerndes Wachstumskapital, warnen zugleich vor Risiken durch Kundenkonzentration, mögliche regulatorische Verzögerungen und den Bedarf an weiteren Finanzierungstranchen.

Institutionelle Investoren bauen Positionen kräftig aus

Parallel zur Finanzierungsnachricht zeigt sich reges institutionelles Interesse an der Aktie. SEB Asset Management erwarb im ersten Quartal 394.010 Aktien im Wert von rund 40,88 Millionen Dollar, was einem Anteil von 0,16 Prozent entspricht. State Street erhöhte seine Position um 2.391,3 Prozent auf nunmehr 3.219.326 Aktien. Capital Research Global Investors stieg mit einer neuen Position im Wert von rund 231,6 Millionen Dollar ein, Qube Research & Technologies mit 238,5 Millionen Dollar. Orbis Allan Gray baute seinen Bestand um 12,4 Prozent auf 17.651.930 Aktien aus. Insgesamt halten Institutionen laut den Daten 21,90 Prozent von Nebius.

Kleinere Positionen kamen von Independent Financial Group mit 16.953 Aktien für etwa 1,76 Millionen Dollar sowie von Sequoia Financial Advisors mit 5.921 Aktien im Wert von rund 614.000 Dollar. Auch Royal Bank of Canada, Millennium Management und UBS Asset Management bauten ihre Bestände aus.

Diesem Käuferinteresse stehen deutliche Insiderverkäufe gegenüber. In den vergangenen drei Monaten verkauften Führungskräfte insgesamt 668.405 Aktien im Wert von 140,4 Millionen Dollar. Andrey Korolenko trennte sich am 1. Juli von 33.871 Aktien zu 235,45 Dollar, CFO Maria Del Dado Alonso Sanchez veräußerte am 2. Juni 1.509 Aktien zu 276,20 Dollar. CTO Danila Shtan verkaufte 16.937 Aktien, CRO Marc Boroditsky 10.776 Aktien.

Wachstum weit über Erwartungen, Kurs unter Druck

Operativ liefert Nebius Zahlen, die deutlich über den Erwartungen lagen: Im ersten Quartal stieg der Umsatz um 684 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 399 Millionen Dollar, der Verlust je Aktie fiel mit minus 0,23 Dollar deutlich geringer aus als die erwartete Marke von minus 0,81 Dollar. Analysten bewerten die Aktie überwiegend positiv: Bei neun Kaufempfehlungen und sechs Halten-Einstufungen ergibt sich ein Konsens von „Moderate Buy“ mit einem Kursziel von 203,25 Dollar.

An der Börse zeigt sich die Aktie zuletzt wieder erholt: Am Frankfurter Kurs notiert das Papier bei 158,98 Euro und legt am Handelstag um 2,22 Prozent zu. Der Kurs bleibt damit rund 39 Prozent unter dem im Juni erreichten 52-Wochen-Hoch von 261,00 Euro – die vergangenen Wochen brachten der Aktie einen Rücksetzer von gut einem Drittel. Zugleich liegt sie noch etwa 33 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt, was zeigt, dass der langfristige Aufwärtstrend trotz der jüngsten Korrektur intakt bleibt. Die Kombination aus non-dilutivem Wachstumskapital, milliardenschweren Kundenverträgen und anhaltendem institutionellem Interesse dürfte die fundamentale Diskussion um die Aktie in den kommenden Wochen prägen.

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