Nebius Aktie: 27-Milliarden-Deal mit Meta

Nebius Group verzeichnet trotz eines 17-prozentigen Kursrutsches nach Meta-Sorgen ein starkes erstes Halbjahr mit Milliardenaufträgen.

Auf einen Blick:
  • 229,9 Prozent Kursgewinn in sechs Monaten
  • Milliarden-Auftrag von Meta Platforms
  • Kurssturz um 17 Prozent am 1. Juli
  • Hohe Abhängigkeit von zwei Großkunden

229,9 Prozent Kursgewinn in sechs Monaten — und trotzdem ein Kurssturz von 17 Prozent an einem einzigen Tag. Nebius Group hat im ersten Halbjahr 2026 gezeigt, wie eng bei AI-Infrastrukturanbietern Euphorie und Nervosität beieinander liegen. Am Freitag schloss die Aktie bei 193,00 Euro, ein Plus von 2,02 Prozent.

Der Höhenflug hat einen Namen: Meta

Der niederländische Cloud-Anbieter für KI-Infrastruktur gehörte zu den stärksten Werten unter den sogenannten Neoclouds. Ausschlaggebend waren ein Milliarden-Auftrag von Meta Platforms, eine Kapitalspritze von Nvidia und ein deutlich besser als erwartetes Zahlenwerk im Mai.

Im März sicherte sich Nebius einen Auftrag von Meta über bis zu 27 Milliarden Dollar. Der fünfjährige Rechenleistungs-Deal startet 2027 und übertrifft frühere Geschäfte zwischen beiden Firmen um ein Vielfaches. Zusätzlich investierte Nvidia 2 Milliarden Dollar in Nebius. Im Gegenzug erhält das Unternehmen frühen Zugang zu neuen Nvidia-Chiparchitekturen — Nvidia unterstützt zudem den Aufbau von fünf Gigawatt eigener Rechenkapazität bis 2030.

Meta-Sorgen bremsen die Rally

Am 22. Juni erreichte die Aktie mit 261,00 Euro ihr Jahreshoch. Dann kam der Bruch. Berichte über mögliche Cloud-Pläne von Meta ließen Anleger befürchten, der bislang größte Kunde könnte zum Konkurrenten werden. Die Aktie brach am 1. Juli um 17 Prozent ein.

Nicht alle Marktbeobachter teilten diese Sorge. Der Branchendienst SemiAnalysis argumentiert, Metas Investitionen in Rechenzentren würden in den kommenden Jahren eher zunehmen — davon würden Anbieter wie Nebius profitieren, nicht darunter leiden. Nebius selbst stellte klar: Am März-Vertrag hat sich nichts geändert. Die zugesagten 12 Milliarden Dollar für dedizierte Kapazität und die zusätzliche Option über bis zu 15 Milliarden Dollar bleiben bestehen. Auch die Jahresprognose für 2026 bleibt unverändert.

Wo die Aktie jetzt steht

Nach dem Ausverkauf hat sich der Kurs teilweise erholt. Aktuell liegt die Aktie 26,05 Prozent unter ihrem Jahreshoch, aber 407,89 Prozent über dem Tief von 38,00 Euro vom Juli vergangenen Jahres. Auf Zwölfmonatssicht steht ein Plus von 384,92 Prozent, seit Jahresbeginn sind es 152,29 Prozent.

Der Kurs bewegt sich derzeit knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 196,93 Euro, liegt aber 63,74 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 117,87 Euro. Diese Spanne zeigt: Der langfristige Aufwärtstrend bleibt intakt, auch wenn die jüngsten Ausschläge Spuren hinterlassen haben. Eine annualisierte Volatilität von 99,24 Prozent und ein neutraler RSI von 46,6 deuten darauf hin, dass die Aktie nach den Turbulenzen noch keine klare Richtung gefunden hat.

Wachstum trifft auf Klumpenrisiko

Die fundamentalen Zahlen liefern reichlich Argumente für die hohe Bewertung. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 684 Prozent auf 399 Millionen Dollar, das bereinigte EBITDA lag bei 129,5 Millionen Dollar. Die annualisierte Run-Rate erreicht mittlerweile 1,9 Milliarden Dollar. Für das Gesamtjahr hält Nebius an seinem Ziel von 7 bis 9 Milliarden Dollar wiederkehrendem Umsatz fest.

Die Kehrseite: Zwei Kunden dominieren das Auftragsbuch. Neben dem Meta-Deal steht ein Microsoft-Vertrag über 17,4 Milliarden Dollar sowie eine kleinere Meta-Vereinbarung aus dem November 2025 über rund 3 Milliarden Dollar. Die eigene Umsatzprognose für 2026 liegt bei 3,0 bis 3,4 Milliarden Dollar — der Großteil davon entfällt auf genau diese beiden Großkunden.

Analysten weisen darauf hin, dass die hohe Bewertung wenig Spielraum für Enttäuschungen lässt. Solange Nebius sein Umsatzwachstum fortsetzt und Rechenleistung profitabel verkauft, bleibt die Investmentstory intakt. Ändert sich die Nachfrage nach KI-Rechenkapazität spürbar, könnte der Kurs deutlich stärker korrigieren als beim jüngsten Meta-Schreck.

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