Nebius Aktie: 19 Prozent Minus seit Nasdaq-Aufstieg

Der KI-Infrastrukturanbieter verzeichnet nach dem Index-Aufstieg massive Gewinnmitnahmen und einen deutlichen Kursrückgang.

Auf einen Blick:
  • Kursrutsch nach Index-Aufnahme
  • Gewinnmitnahmen institutioneller Anleger
  • Milliarden-Deals mit Meta und Microsoft
  • Aggressiver Kapazitätsausbau geplant

Der Aufstieg in den Nasdaq-100 sollte ein Grund zum Feiern sein. Bei Nebius folgte stattdessen der Kater. Institutionelle Investoren nutzten die hohe Liquidität der vergangenen Tage für massive Gewinnmitnahmen. Die Folge: ein spürbarer Kursrutsch bei dem KI-Infrastrukturanbieter.

Am 22. Juni erreichte das Papier noch ein Rekordhoch von 261,00 Euro. Genau an diesem Tag trat die Index-Aufnahme in Kraft. Seitdem ging es fast 19 Prozent abwärts.

Allein am Freitag verlor die Aktie über sechs Prozent und schloss bei 211,60 Euro. Auf Wochensicht steht ein Minus von knapp 14 Prozent auf der Anzeigetafel.

Das übergeordnete Bild bleibt für Anleger aber freundlich. Seit Jahresbeginn verzeichnet die Aktie ein massives Plus von rund 176 Prozent. Ein technisch neutraler RSI-Wert signalisiert aktuell weder Panik noch neue Kaufdynamik.

Milliarden-Deals und Margendruck

Operativ läuft es für Nebius rund. Im ersten Quartal stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 684 Prozent auf 399 Millionen Dollar. Der Gewinn pro Aktie pulverisierte die Analystenschätzungen.

Das Unternehmen sitzt auf mehrjährigen KI-Cloud-Verträgen im Wert von rund 46 Milliarden Dollar. Dazu gehört ein massiver Kapazitätsdeal mit Meta über 27 Milliarden Dollar. Auch Microsoft greift auf die Infrastruktur zu. Diese Volumina sollen in der zweiten Jahreshälfte stark ansteigen.

Dieses Wachstum hat seinen Preis. Das Management baut die Kapazitäten aggressiv aus. Für 2026 peilt das Unternehmen eine vertraglich gesicherte Leistung von über vier Gigawatt an. In Pennsylvania entsteht eine neue riesige KI-Fabrik.

Die gesamten Investitionspläne belaufen sich auf 20 bis 25 Milliarden Dollar. Finanziert wird das auch durch steigende Schulden. Diese nähern sich der Marke von acht Milliarden Dollar.

Das drückt kurzfristig auf die Profitabilität. Das Management erwartet für das zweite Quartal einen Margenrückgang. Erst im dritten Quartal soll das Niveau des Jahresauftakts wieder erreicht werden.

Automatisierung in der Cloud

Abseits der Finanzzahlen treibt Nebius die eigene Plattform voran. Die neue Version der AI Cloud bringt verbesserte Speicherfunktionen und Sicherheitsupdates. Ein Highlight ist das Tool Nebius Echo. Dieser KI-Agent steuert die Cloud-Infrastruktur über natürliche Sprache.

Parallel dazu setzt das Unternehmen auf eine Partnerschaft mit Komodor. Die Plattform soll die Fehlersuche in der komplexen Kubernetes-Umgebung beschleunigen. Ingenieure müssen Dashboards nicht mehr manuell abgleichen. Stattdessen übernimmt eine KI die autonome Fehlerbehebung.

Das Interesse an der Infrastruktur bleibt hoch. Die Investmentfirma Situational Awareness meldete kürzlich eine Beteiligung von 5,6 Prozent. In den kommenden Wochen rückt nun die operative Umsetzung in den Fokus. Investoren achten auf den Kapazitätsausbau im dritten Quartal und die Integration der übernommenen Eigen AI. Das Jahresziel von bis zu neun Milliarden Dollar Umsatzrate steht.

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