Navitas Semiconductor: Wolfspeed-Klage in Delaware

Navitas weist Patentvorwürfe von Wolfspeed zurück und kündigt umfassende Verteidigung an. Die Aktie reagiert mit einem deutlichen Kurssprung, bleibt aber unter Druck.

Auf einen Blick:
  • Patentstreit mit Wolfspeed eskaliert
  • Aktie springt um über fünf Prozent
  • Strategischer Fokus auf GaN und SiC
  • Quartalszahlen im Juli erwartet

Navitas Semiconductor wehrt sich gegen eine Patentklage von Wolfspeed. Der Konkurrent hatte vor dem US-Bezirksgericht in Delaware Klage eingereicht. Navitas nennt die Vorwürfe haltlos und kündigt an, sich mit allen Mitteln zu verteidigen.

Die Aktie reagierte am Donnerstag mit einem Kurssprung. Das Papier legte um 5,26 Prozent auf 12,00 Euro zu, nach einem Schlusskurs von 11,40 Euro am Mittwoch.

Deutliche Worte gegen den Rivalen

Navitas spart nicht mit Kritik an Wolfspeed. Das Unternehmen erklärt, seine Technologie beruhe auf jahrzehntelanger eigener Forschung und Entwicklung. Man verfüge über ein robustes globales Patentportfolio.

Das Management zeigt sich enttäuscht über den Schritt des Konkurrenten. Wolfspeed versuche offenbar, sich einen Vorteil zu verschaffen, den man im fairen Wettbewerb nicht erreichen könne, so die Stellungnahme von Navitas. Zu weiteren Details will sich das Unternehmen wegen des laufenden Verfahrens nicht äußern.

Navitas betont zugleich sein Geschäftsziel. Der Chiphersteller will seine Wachstumsstrategie konsequent fortsetzen und Produkte für die steigende Nachfrage nach Leistungshalbleitern liefern.

Eine Aktie im Ausnahmezustand

Der Kurssprung vom Donnerstag ändert wenig an der grundsätzlichen Lage. Die Aktie notiert immer noch 58,90 Prozent unter ihrem Jahreshoch von 29,20 Euro, erreicht am 26. Mai 2026. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 18,60 Euro beträgt der Abstand 35,50 Prozent.

Der RSI von 34,1 signalisierte vor dem Rebound eine überverkaufte Lage. Die annualisierte Volatilität von über 121 Prozent zeigt, wie heftig die Kursausschläge zuletzt ausfielen. Auf Wochensicht steht bei Navitas dennoch ein Minus von 5,51 Prozent zu Buche, auf Monatssicht sogar ein Rückgang von 39,39 Prozent.

Vom Tiefpunkt aus betrachtet sieht die Rechnung anders aus. Am 6. Februar 2026 fiel die Aktie auf 6,15 Euro. Von dort aus liegt der aktuelle Kurs um 95,12 Prozent höher — ein Beleg dafür, wie stark das Papier in beide Richtungen ausschlägt.

Strategiewechsel und Quartalszahlen im Blick

Navitas treibt parallel zum Rechtsstreit einen strategischen Umbau voran. Der Konzern konzentriert sich zunehmend auf GaN- und Hochvolt-SiC-Lösungen für leistungsstarke Anwendungen. Dazu zählen KI-Rechenzentren, Netzinfrastruktur und industrielle Elektrifizierung.

Im Juli steht zudem die Vorlage der Zahlen zum zweiten Quartal 2026 an. CEO Chris Allexandre und CFO Tonya Stevens werden die Ergebnisse in einer Telefonkonferenz erläutern.

Die Patentklage kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Bereits zuvor hatten Kapitalmaßnahmen und Verwässerungssorgen die Anleger beschäftigt. Am Markt herrscht Uneinigkeit darüber, wie stark das juristische Risiko wirklich wiegt gegenüber der Selbstsicherheit, mit der Navitas seine Patentposition verteidigt.

Der Quartalsbericht im Juli dürfte zeigen, ob der Kurssprung vom Donnerstag mehr war als eine kurze Verschnaufpause in einem ohnehin schon extrem schwankungsreichen Kursverlauf.

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