Das US-Militär setzt bei der Entwicklung hochbelastbarer Leistungshalbleiter auf Navitas Semiconductor. Wie gestern bekannt wurde, wählte die U.S. Army das an der Nasdaq unter dem Kürzel NVTS gelistete Unternehmen für das ALATTIS-Programm aus. Die Nachricht sorgte für deutliche Nachfrage: Im vorbörslichen Handel legte die Aktie heute um 9,6 Prozent auf 11,40 Euro zu.
Im Zentrum des Projekts steht die Entwicklung und Validierung eines heimischen Herstellungsprozesses für Siliziumkarbid-Bauteile mit extrem hohen Nennspannungen von mindestens 10 Kilovolt.
Ziel der Forschungsinitiative sind sogenannte 10-kV-SiC-IGBTs sowie zugehörige PiN-Dioden für künftige Verteidigungs- und Infrastruktursysteme. Gesponsert wird das Vorhaben vom Army Research Laboratory und zusätzlich durch den Joint Experimentation and Technology Accelerator unterstützt.
Validierung einer neuen Leistungsklasse
Für Navitas markiert die Zusage eine Bestätigung der technologischen Ausrichtung. Bislang waren entsprechende Fertigungsprozesse für derart hohe Spannungsbereiche in den USA nicht verfügbar. Das Programm soll diese Lücke über aufeinanderfolgende Phasen von Design, Chipherstellung und Erprobung schließen.
Der Halbleiterhersteller kann dabei auf fundierte Vorerfahrungen aufbauen. Das bestehende GeneSiC-Portfolio des Unternehmens deckt bereits Spannungen von 650 Volt bis 6,5 Kilovolt ab. Technologiechef Sundaresan verwies auf eine mehr als zwei Jahrzehnte umfassende Innovationsgeschichte im Bereich der Siliziumkarbid-Technik. Kommerzielle SiC-MOSFETs für den Bereich von 6,5 Kilovolt brachte Navitas bereits 2021 auf den Markt.
Lizenzabkommen und operative Erholung
Finanzielle Details sowie ein genauer Zeitplan des Regierungsauftrags wurden zunächst nicht offengelegt. Neben dem Engagement für das Militär treibt Navitas die Kommerzialisierung seiner Plattform auch im zivilen Halbleitermarkt voran. Dazu soll der Halbleiterspezialist Magnachip GeneSiC-Technologien der Generationen 4 und 5 lizenzieren, um sie in einer südkoreanischen Fertigungsstätte zu qualifizieren.
Operativ zeichnet sich nach einer schwierigen Phase eine Belebung des Geschäfts ab. Für das dritte Quartal 2026 stellte Navitas einen Nettoumsatz von rund 13,5 Millionen US-Dollar in Aussicht. Das entspricht einem sequenziellen Zuwachs von 28 Prozent sowie der Rückkehr zu Wachstum im Vergleich zum Vorjahr. Den gestrigen Schlusskurs von 10,40 Euro ließ die Notierung damit schwungvoll hinter sich.
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