Navitas Semiconductor: 122 Millionen Dollar erlöst

Navitas Semiconductor verzeichnet trotz Investorengesprächen und positiver Umsatzentwicklung einen deutlichen Wochenverlust an der Börse.

Auf einen Blick:
  • Aktie schließt mit 6,7% Minus
  • CEO trifft institutionelle Anleger
  • Umsatz steigt sequenziell um 18%
  • Kapitalerhöhung bringt 122 Mio. Dollar

Die Navitas-Semiconductor-Aktie beendete die Woche mit einem deutlichen Rücksetzer. Am Freitag schloss der Titel an der Nasdaq bei 26,60 Dollar – ein Minus von 6,70 Prozent zum Vortag und 9,06 Prozent über fünf Tage. Der Jahresgewinn bleibt mit 272,55 Prozent dennoch beeindruckend.

Bemerkenswert: Der Kursrückgang fiel genau in die Woche, in der CEO Chris Allexandre und CFO Tonya Stevens auf der Craig-Hallum Institutional Investor Conference in Minneapolis auftraten und Einzelgespräche mit institutionellen Anlegern und Analysten führten. Für Juni 2026 kündigte das Unternehmen zudem einen Auftritt bei der Evercore Global TMT Conference an – inklusive Webcast.

Gegenbewegung zum Markt

Die Schwäche wirkt unternehmensspezifisch. Der S&P 500 legte am Freitag 0,2 Prozent zu, der Nasdaq Composite ebenfalls 0,2 Prozent. Der S&P 500 schloss die neunte Gewinnwoche in Folge ab, der Nasdaq gewann über fünf Tage 2,4 Prozent. Während der Gesamtmarkt stieg, gab Navitas nach.

Umsatzwachstum, weiter Verluste

Das Unternehmen setzt auf Galliumnitrid- und Siliziumkarbid-Halbleiter für KI-Rechenzentren, Energieinfrastruktur und industrielle Elektrifizierung. Im ersten Quartal stieg der Umsatz sequenziell um 18 Prozent auf 8,6 Millionen Dollar, nach 7,3 Millionen Dollar im Vorquartal. Im Jahresvergleich bedeutet das allerdings einen Rückgang von 14,0 Millionen Dollar.

Das Hochleistungssegment – der Schwerpunkt des Unternehmens – wuchs im Jahresvergleich um rund 35 Prozent und machte den Großteil des Umsatzes aus. Die Non-GAAP-Bruttomarge erreichte 39,0 Prozent. Der operative Verlust nach GAAP lag bei 27,8 Millionen Dollar, nach Non-GAAP bei 11,7 Millionen Dollar. Die Liquidität betrug Ende März 221,0 Millionen Dollar.

Für das zweite Quartal peilt Navitas einen Umsatz von 10,0 Millionen Dollar an (plus/minus 0,5 Millionen Dollar) – ein sequenzielles Wachstum von über 16 Prozent. Die Non-GAAP-Bruttomarge soll bei 39,25 Prozent liegen (plus/minus 75 Basispunkte), die operativen Kosten nahezu stabil bei 14,5 bis 15,5 Millionen Dollar.

Frisches Kapital, offene Fragen

Im Mai schloss Navitas eine Kapitalerhöhung ab. Das Unternehmen verkaufte 6,53 Millionen Aktien über ein At-the-Market-Programm und nahm nach Abzug von Provisionen rund 122 Millionen Dollar ein. Das maximale Volumen der Vereinbarung lag bei 125 Millionen Dollar.

Die Liquidität ist damit gesichert. Die zentrale Frage bleibt: Kann Navitas die Design-Aktivitäten in KI-Rechenzentren und anderen Hochleistungsmärkten in nachhaltiges Umsatzwachstum übersetzen und dabei Margen verbessern sowie Verluste reduzieren? Das Unternehmen selbst betont, dass Kundenpipeline und Design-Wins keine Aufträge, Prognosen oder Finanzkennzahlen darstellen.

Technisches Bild intakt, Widerstand näher gerückt

Technisch bleibt der Aufwärtstrend intakt. Kurzfristige, mittelfristige und langfristige Trends gelten als bullish. Die nächsten Widerstände liegen bei 31,79 Dollar und 29,25 Dollar, Unterstützungen bei 19,43 Dollar, 15,79 Dollar und 12,43 Dollar.

Nach dem Wochenrückgang notiert die Aktie unterhalb des nächsten Widerstands, aber weit über der nächsten Unterstützung. Für Anleger, die den Halbleiter- und KI-Infrastruktur-Sektor verfolgen, lautet die Frage: Ist der Rücksetzer eine Verschnaufpause nach dem steilen Jahresanstieg – oder der Beginn einer breiteren Neubewertung der Erwartungen an Galliumnitrid- und Siliziumkarbid-Halbleiter?

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