Navitas Semiconductor hat mit seinen Ergebnissen für das zweite Quartal 2026 die Prognosen der Analysten übertroffen und einen starken Ausblick auf die kommenden Monate gegeben. Der Umsatz kletterte im Vergleich zum Vorquartal um 22 Prozent auf 10,5 Millionen US-Dollar.
Die Aktie reagiert am heutigen Montag positiv auf die jüngsten Entwicklungen und gewinnt 4,0 Prozent auf 13,00 Euro hinzu. Damit notiert das Papier derzeit noch 4,4 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt.
Umsatzsprung durch Fokus auf KI-Datenzentren
Das Unternehmen profitierte in den vergangenen Monaten von einer steigenden Nachfrage nach Galliumnitrid- (GaN) und Siliziumkarbid-Technologien (SiC). Die Non-GAAP-Bruttomarge lag im zweiten Quartal bei 39,5 Prozent, während der bereinigte Verlust pro Aktie mit 0,04 US-Dollar im Rahmen der Erwartungen blieb.
Das Management gab am Freitag zudem eine optimistische Prognose für das dritte Quartal ab: Erwartet wird ein Umsatz zwischen 13,0 und 14,0 Millionen US-Dollar, was ein sequenzielles Wachstum von etwa 28 Prozent bedeuten würde. Dieser Ausblick liegt deutlich über dem bisherigen Marktkonsens von rund 11,1 Millionen US-Dollar.
Navitas verfolgt das strategische Ziel, den Anteil von Anwendungen in KI-Rechenzentren sowie in der Netz- und Energieinfrastruktur bis zum Jahresende auf mehr als ein Drittel des Gesamtumsatzes zu steigern.
Unterstützt wird dieser Kurs durch ein Rekord-Auftrags-Rechnungs-Verhältnis (Book-to-Bill) und eine solide Liquiditätsposition von 557 Millionen US-Dollar in bar. Diese finanziellen Mittel sollen genutzt werden, um die Marktpenetration im Bereich der KI-Infrastruktur weiter voranzutreiben.
Strategische Expansion und rechtliche Auseinandersetzungen
Parallel zur operativen Entwicklung festigt Navitas seine Position im asiatischen Markt. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, wurde eine Lizenzvereinbarung mit Magnachip für die GeneSiC-Technologien der vierten und fünften Generation geschlossen.
Dieser Schritt soll den Zugang zu koreanischen Märkten für Stromnetze, Speichersysteme und Elektromobilität erweitern und gleichzeitig die eigene SiC-Technologie monetarisieren. Zudem kündigte Navitas am Donnerstag die Teilnahme an mehreren Fachkonferenzen an, darunter Technologie-Gipfel von Jefferies und der Deutschen Bank Ende August.
Überschattet wird der operative Fortschritt jedoch von rechtlichen Streitigkeiten. Am 10. August reichte Navitas eine Patentklage gegen die Renesas Electronics Corporation in Texas ein. Gegenstand sind Vorwürfe, wonach wesentliche GaN-Produktlinien von Renesas gegen vier US-Patente (Nr. 9.929.079, 11.545.838, 11.770.010 und 11.862.996) verstoßen.
Renesas wiederum hatte bereits zuvor rechtliche Schritte gegen Navitas eingeleitet und dem Unternehmen vorgeworfen, Mitarbeiter abgeworben zu haben, um Geschäftsgeheimnisse für die Entwicklung der nächsten GaN-Chip-Generation zu entwenden.
Analysten bewerten Zukunftsaussichten unterschiedlich
Unter den Experten herrscht derzeit ein geteiltes Bild hinsichtlich der Bewertung der Navitas-Aktie. Die Analysten von Morgan Stanley senkten ihr Kursziel am 28. Juli von 13,70 auf 12,60 US-Dollar und behielten ihre Einstufung mit „Underweight“ bei. Zur Begründung für die vorsichtige Haltung hießen Analystenstimmen, dass die Bewertung im Vergleich zum Sektor anspruchsvoll bleibe.
Dem gegenüber steht eine deutlich positivere Einschätzung des Analysehauses Needham. Ebenfalls am 28. Juli bekräftigte Analyst N. Quinn Bolton seine Kaufempfehlung für Navitas Semiconductor und hält an einem Kursziel von 21,00 US-Dollar fest. Die Bullen im Markt setzen dabei vor allem auf die führende Rolle des Unternehmens bei der Energieeffizienz von Hochleistungschips, die für den Betrieb moderner KI-Server unerlässlich sind.
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