Navitas: GeneSiC-Lizenz an Magnachip in Südkorea

Navitas lizenziert GeneSiC-Technologie an Magnachip und erweitert so seine Präsenz in Asien. Der Aktienkurs leidet unter Patentklage und neuen US-Zöllen.

Auf einen Blick:
  • Lizenzdeal für Siliziumkarbid-Technologie
  • Fertigung in Südkorea geplant
  • Quartalszahlen am Montag erwartet
  • Patentklage von Wolfspeed belastet

Navitas Semiconductor hat am heutigen Freitag eine weitreichende strategische Partnerschaft mit Magnachip Semiconductor bekannt gegeben. Im Zentrum der Kooperation steht die Lizenzierung von Navitas‘ GeneSiC-Technologien, mit denen der Konzern seine Präsenz in den globalen Hochspannungs-Leistungshalbleitermärkten deutlich ausbauen will. Während die technologische Expansion voranschreitet, sieht sich das Unternehmen an der Börse jedoch mit einem schwierigen Marktumfeld und bevorstehenden Geschäftszahlen konfrontiert.

Strategische Partnerschaft für Hochspannungsmärkte

Im Rahmen der heute veröffentlichten Vereinbarung lizenziert Magnachip die GeneSiC-Technologien der Generationen 4 und 5 von Navitas. Dies umfasst spezifisch die Trench-Assisted-Planar-Technologie für Spannungsklassen von 1200 Volt, 2300 Volt sowie 3300 Volt und höher. Ziel der Partnerschaft ist es, Anwendungen in den Bereichen Energieinfrastruktur, Stromnetze, Energiespeicher sowie in der Industrie und dem Automobilsektor zu adressieren.

Ein wesentlicher Bestandteil des Abkommens ist die Portierung dieser Siliziumkarbid-Technologie (SiC) in die Fertigungsstätte von Magnachip in Südkorea. Medienberichten zufolge erhält Magnachip zudem Zugang zur Lieferkette von Navitas, um die Markteinführung zu beschleunigen. Für Navitas bedeutet dieser Schritt eine signifikante Erweiterung der Reichweite seiner GeneSiC-Sparte, da die Technologie nun direkt in einem der wichtigsten asiatischen Halbleiterzentren lokalisiert wird. Es handelt sich hierbei um eine rein kommerzielle Partnerschaft, die über die reine Forschung hinausgeht und direkt auf die Serienfertigung für Hochleistungsanwendungen abzielt.

Ausblick auf Quartalszahlen und rechtliche Hürden

Die Nachricht über die neue Kooperation fällt in eine Phase erhöhter Aufmerksamkeit für das Unternehmen, da am kommenden Montag, den 27. Juli, die Veröffentlichung der Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 ansteht. Analysten erwarten für den Bericht nach US-Börsenschluss im Konsens ein Ergebnis je Aktie (EPS) von minus 0,04 US-Dollar. Der prognostizierte Umsatz für das abgelaufene Quartal liegt bei rund 9,97 Millionen US-Dollar.

Zusätzlich zum anstehenden Geschäftsbericht belastet eine rechtliche Auseinandersetzung die Stimmung der Anleger. Am 7. Juli reichte der Wettbewerber Wolfspeed eine Patentklage gegen Navitas Semiconductor ein. In Kombination mit der kürzlich erfolgten Entfernung aus einem wichtigen Branchenindex führte diese Nachricht bereits in den vergangenen Wochen zu erheblichem Verkaufsdruck. Die heute bekannt gegebene Kooperation mit Magnachip wird im Markt daher auch als Versuch gewertet, dem negativen Nachrichtenfluss operative Erfolge entgegenzusetzen.

Volatilität im Halbleitersektor durch neue Handelszölle

Das Marktumfeld für Halbleiterwerte gestaltete sich am heutigen Freitag generell schwierig. Die US-Regierung kündigte neue Zölle in Höhe von 10 bis 12,5 Prozent auf Importe von 60 Handelspartnern an, wovon unter anderem Südkorea, Taiwan und die Europäische Union betroffen sind. Diese protektionistischen Maßnahmen belasteten den gesamten Sektor und führten bei zahlreichen Chip-Werten zu Kursverlusten.

Die Aktie von Navitas Semiconductor konnte sich diesem Trend nicht entziehen und verlor heute 8,96 Prozent an Wert. Mit einem aktuellen Kurs von 9,65 Euro notiert das Papier inzwischen 66,95 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das am 26. Mai 2026 bei 29,20 Euro markiert wurde. Investoren beobachten nun genau, ob die neue Partnerschaft in Südkorea und die am Montag erwarteten Zahlen eine Stabilisierung des Kurses herbeiführen können, nachdem das Papier bereits im Vorfeld der heutigen Verluste eine Phase deutlicher Schwäche durchlaufen hatte. Zudem meldeten Medien für das vergangene Jahr ein Überwiegen von Insider-Verkäufen, die sich auf ein Volumen von 0,56 Milliarden US-Dollar beliefen.

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