Der NASDAQ 100 gibt am Montag leicht nach. Der Index notiert bei 30.276 Punkten, ein Minus von 0,33 Prozent. Passive Fonds justieren ihre Portfolios – und belasten die Schwergewichte.
Seit Jahresanfang steht noch ein Plus von knapp 20 Prozent. Der Abstand zum Rekordhoch von 30.762 Zählern beträgt 1,6 Prozent. Aber der Schwung lässt nach.
Fünf Neue – und ein gemischtes Echo
Der Montag ist der erste Handelstag für fünf frische Mitglieder im Nasdaq 100. Astera Labs, CoreWeave, Nebius Group, Rocket Lab und Teradyne sind neu dabei. Die Aufnahme folgt der aktualisierten „Fast Entry“-Regel der Börse.
Die Performance der Neulinge fällt uneinheitlich aus. Teradyne profitiert von der Stärke im Halbleitersektor. Rocket Lab erlebt dagegen eine klassische „Sell-the-News“-Reaktion – die Aktie gibt nach, trotz der prestigeträchtigen Aufnahme.
Das Handelsvolumen liegt rund 15 Prozent über dem 20-Tage-Schnitt. Kein Wunder: Passive ETFs müssen ihre Gewichte anpassen. Das drückt besonders auf die großen Indexschwergewichte.
Schwergewichte schwächeln – Halbleiter halten dagegen
Die Verliererliste wird von Alphabet angeführt. Die Google-Mutter fällt um sechs Prozent, belastet durch Berichte über verschärfte regulatorische Prüfung. Auch Meta und Tesla geben nach – um 2,7 beziehungsweise 1,8 Prozent. Nvidia konsolidiert und verliert 1,2 Prozent.
Die Gegenbewegung kommt aus der Halbleiterbranche. Super Micro Computer legt 15 Prozent zu. ON Semiconductor und Skyworks folgen mit knapp acht und gut sechs Prozent. Intel steigt um drei Prozent, Broadcom um gut zwei.
Der Technologiesektor führt die Gewinnerliste an. Das Segment Communication Services und zyklische Konsumwerte hinken hinterher – gezogen von den schwächelnden „Magnificent Seven“.
Technisch auf der Kippe
Der Nasdaq 100 testet eine kritische Unterstützung. Nachdem der Ausbruch über das Rekordhoch nicht gelang, notiert der Index knapp über der 50-Tage-Linie bei 29.164 Punkten. Der RSI ist von überkauften Niveaus auf 56,8 gefallen – die Konsolidierung nimmt etwas Luft aus dem Markt.
Fällt der Index unter die Marke von 30.300 Punkten, droht ein Test der 200-Tage-Linie nahe 29.952 Zählern. Volatilität bleibt das Stichwort: der VIX steigt auf 17,04 Punkte.
Ausblick: PCE und Micron als nächste Prüfsteine
Der makroökonomische Rahmen bleibt zweigeteilt. Einerseits sinkt der Ölpreis dank einer Friedensvereinbarung zwischen den USA und Iran, was Inflationssorgen dämpft. Andererseits belastet die hawkische Haltung von Fed-Chef Kevin Warsh. Die Märkte preisen zu 90 Prozent eine Zinserhöhung bis Jahresende ein. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen klettert in Richtung 4,50 Prozent.
Die Anleger blicken auf Donnerstag. Dann stehen die PCE-Inflationsdaten an, der bevorzugte Inflationsindikator der Fed. Zuvor liefert Micron am Mittwochabend seinen Quartalsbericht – ein wichtiger Stimmungstest für den Halbleitersektor.
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