Nasdaq 100: Fed-Wende belastet!

Die Nominierung von Kevin Warsh zur Fed-Spitze lässt Zinssenkungshoffnungen schwinden und belastet zusammen mit hohen KI-Investitionen den Tech-Index.

Auf einen Blick:
  • Fed-Ernennung dreht Marktdynamik bei Safe-Haven-Assets
  • Technologiewerte unter Druck durch restriktivere Geldpolitik
  • Charttechnischer Bruch wichtiger Unterstützungsmarke
  • Breite Verluste bei führenden Tech-Schwergewichten

Der NASDAQ 100 startete am Montag mit deutlichen Verlusten in die Handelswoche. Auslöser für den Ausverkauf: Die Nominierung von Kevin Warsh als neuer Fed-Chef lässt Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen schwinden. Gleichzeitig sorgen die enormen KI-Investitionen der Tech-Riesen weiter für Skepsis bei Anlegern.

Um 9:35 Uhr EST notierte der Index spürbar unter dem Schlusskurs vom Freitag (25.552 Punkte). Bereits im vorbörslichen Handel hatten die Futures rund 0,9 Prozent nachgegeben.

Warsh-Nominierung dreht Marktdynamik

Die Ernennung des als unabhängig geltenden Zentralbankers Warsh hat eine dramatische Umkehr bei den sogenannten „Safe Haven“-Trades ausgelöst. Gold- und Silberpreise, die zuvor auf Sorgen vor politischer Einflussnahme auf die Fed gestiegen waren, brachen ein. Der US-Dollar legte gleichzeitig zu.

Für Technologiewerte bedeutet das zusätzlichen Gegenwind. Die Erwartung einer restriktiveren Geldpolitik trifft auf ohnehin angespannte Bewertungen im Tech-Sektor.

Tech-Schwergewichte unter Druck

Die Magnificent Seven verzeichneten durchweg Verluste:

  • Nvidia: Minus 1,5 Prozent vorbörslich – Berichte über gescheiterte OpenAI-Investitionspläne belasten
  • Tesla: Rund 2 Prozent im Minus
  • Microsoft: Fortsetzung der Schwäche trotz übertroffener Gewinnerwartungen; Fokus auf verlangsamtes Cloud-Wachstum

Die Breite der Verluste unterstreicht die fundamentale Frage, die den Markt umtreibt: Rechtfertigen künftige Gewinne die massiven KI-Ausgaben der Konzerne?

Technisches Bild verschlechtert sich

Charttechnisch hat der Nasdaq 100 einen zuvor gehaltenen Aufwärtskanal nach unten verlassen. Die kritische Tagesmarke liegt nun bei 25.405 Punkten. Ein nachhaltiger Bruch dieser Unterstützung könnte weiteren Verkaufsdruck auslösen – nächste Ziele lägen dann bei 25.051 und 24.774 Punkten.

Der Relative Strength Index zeigt eine bärische Divergenz. Analysten warnen vor einem möglichen Doppeltop-Muster. Das On-Balance-Volume hält zwar noch über seiner Trendlinie, doch die Erholungen werden zusehends schwächer.

Volatile Woche voraus

Neben der veränderten Fed-Erwartung bleibt die KI-Kostenfrage das beherrschende Thema. Positive Impulse kommen lediglich von den entspannten geopolitischen Spannungen zwischen den USA und Iran, die Ölpreise sinken ließen – eine Entwicklung, die am Aktienmarkt jedoch kaum Beachtung findet.

Im weiteren Wochenverlauf stehen der monatliche Arbeitsmarktbericht sowie weitere Quartalszahlen an. Ob die 25.405-Punkte-Marke hält, dürfte richtungsweisend für die kurzfristige Entwicklung sein.

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